Ungewollte Satire

- "Niemand weiß irgendetwas." Mit diesem nicht widerlegbaren Satz beschrieb Autor William Goldman das Filmgeschäft und meinte damit, dass es kein Erfolgsrezept gibt und auch den Besten manches misslingen kann. Ironischerweise liefert er nun mit Regisseur Lawrence Kasdan den Beweis der These.

"Dreamcatcher" klingt viel versprechend: Ein Stephen-King-Bestseller wird von einem der renommiertesten Drehbuchautoren (Goldman) adaptiert und von einem Kult-Regisseur mit großem Aufwand verfilmt. Das Ergebnis sieht freilich aus wie eine Satire auf Stephen-King-Filme. Die Geschichte variiert bekannte Themen aus Kings Werk: Vier Freunde (Thomas Jane, Jason Lee, Damian Lewis und Timothy Olyphant) sind seit einem prägenden Jugenderlebnis übersinnlich begabt und retten mit ihrer Fähigkeit, Gedanken zu lesen, die Welt vor einer Invasion feindlich gesinnter Außerirdischer.

Während Kasdan zu Beginn durchaus gewisse Magie entfacht, fällt der Film rapide ab, sobald die eigentliche Handlung beginnt. Verschiedene Motive werden angerissen und mit irritierender Beliebigkeit aufgenommen oder fallen gelassen. Natürlich geht es ihm (und Goldman) um mehr, als nur einen spannenden Film zu drehen. Aber herausgekommen ist ein bemühter Stil-Cocktail, in dem letztlich nur zitiert wird: Science-Fiction-Elemente, Spezialeffekte, Action-Sequenzen und psychologische Spielereien. Selbst ein ausgewiesener Könner wie Morgan Freeman in der Rolle eines durchgedrehten Generals wirkt hilflos _ ein sonst virtuoser Schauspieler beim schlechtesten Filmauftritt seiner langen Karriere. (In München: Marmorhaus, Maxx, Royal, Leopold, Cinema i.O.)

"Dreamcatcher"

mit Thomas Jane, Jason Lee

Regie: Lawrence Kasdan

Erträglich

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