Unheil im Schnee

- Das war die große Tugend von "Tatoo", dem Kinodebüt von Curt M. Faudon: Es zeigte, dass es möglich ist, einen Thriller zu drehen, der in Europa spielt und der es in Sachen Spannung mit Hollywood aufnehmen kann. Sein zweiter Streifen "Tödlicher Umweg" weckt solches Wohlwollen nicht. Denn der ist ein rundum missglückter Film. Geboten werden soll ein Überwachungsthriller, der visuell von "Seven", im Plot von "The Game", jedenfalls also von David Fincher inspiriert ist. Doch dessen Werke zählen zum Besten, was das Gegenwartskino zu bieten hat, während es "Tödlicher Umweg" auch mit einem mittelmäßigen "Tatort" nicht aufnehmen kann.

<P>Eine Gruppe von Menschen, unter ihnen Adrian, ein begabter Jungschauspieler, wird zu einem Umweg durch eine verschneite Berglandschaft gezwungen. Währenddessen passiert ihnen allerlei Unheil: ein Unfall, ein Todesfall. Am Ende - und wer "The Game" gesehen hat, ahnt es allzu früh - stellt sich alles als riesige Täuschung heraus. Adrian ist bereits ungewollt zum Hauptdarsteller eines Films geworden, in dem es darum, geht, den Zuschauer zu extremen Handlungen zu treiben - eine Art "Big Brother" für ganz Geschmacklose. </P><P>Vergnügen bereitet dies nicht. Dafür ist alles zu konfus und schlecht inszeniert. Hier stimmt nichts außer dem Titel: Der Film ist tödlich fürs Vergnügen. Sodass der Zuschauer lieber einen Umweg nehmen sollte. </P><P>(In München: Marmorhaus.)<BR><BR><BR>"Tödlicher Umweg"<BR>mit Ken Duken, Eva Hassmann<BR>Regie: Curt M. Faudon<BR>Unerträglich </P>

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