Unter Gäulen

"Hände weg von Mississippi": - Pferde, Pferde, Pferde. Mehr braucht man nicht, um Mädchen eines bestimmten Alters ins Kino zu locken. Das wusste auch Detlev Buck, als er seinen ersten Kinderfilm inszenierte. Den gleichnamigen, ökologisch und politisch korrekten Bestseller Cornelia Funkes stattet Buck deswegen mit vielen Gäulen aus. Mississippi ist eine alte Stute, die von Emma (Zoë Mannhardt) und ihrer Oma (Katharina Thalbach) gerettet wird. Auch sonst läuft auf dem unfassbar idyllischen Bauernhof der Großmutter jede Menge niedliches Getier herum, das Kinder begeistern wird.

Aber Buck hat ebenso an die erwachsenen Begleitpersonen gedacht. Deswegen gibt es sehr hübsche Momente, in denen er sich von der holzschnittartigen Dramaturgie des Funke-Buchs verabschiedet und eigene Einfälle eingebaut hat. Viele freche oder boshafte Details erkennt man aus frühen Buck-Filmen wieder. Kleine Slapstickeinlagen gibt es da zu sehen, witzige Wortspielereien und jede Menge Ironie. Großartig ist die Besetzung.

Margit Carstensen als Zicke, Milan Peschel als Dorftrottel und Christoph Maria Herbst als Bösewicht vom Dienst in Cowboystiefeln aus Schlangenleder. Das kauzige Personal, die wogenden Kornfelder und die malerisch baumgesäumten Alleen - letztlich sieht alles ein wenig aus wie in "Wir können auch anders" oder "Karniggels". Nur Bucks Regie ist diesmal betont gemächlich. Auf schnelle Schnitte wird weitestgehend verzichtet, Action ist sparsam gesetzt. Das ist überaus kinderfreundlich und beschert den Erwachsenen ein Déja-Vu. Denn in Stil und Komposition erinnert dieser liebenswerte Familienfilm an Produktionen wie "Michel aus Lönneberga" und andere sonnenlichtdurchflutete Astrid Lindgren-Verfilmungen aus den Siebzigern.

"Hände weg von Mississippi"

mit Katharina Thalbach,

Zoë Mannhardt

Regie: Detlev Buck

Sehenswert

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