Unterwäsche-Gewühl

- Um es kurz zu machen: Das hier ist zwar nominell eine Komödie, aber keine Sekunde lang lustig. "Mein verschärftes Wochenende" erzählt von zwei gegensätzlichen Brüdern. Cooper (Chris Klein) ist ein exaltierter Playboy. Ed (Brendan Fehr) ein schüchterner Sonderling, der ausschließlich für seine private Hobbyfilm-Sammlung lebt.

Als Ed von seiner Freundin sitzen gelassen wird und beruflich ins Trudeln kommt, sucht er Hilfe bei seinem Bruder. Und der hat einen einfachen Rat: Was Ed fehlt, ist Sex. An einem Wochenende will Frauenheld Cooper dem zurückhaltenden Ed zeigen, wie man schnell Bekanntschaften macht.

Wenig überraschend geht dabei alles schief, was nur schief gehen kann. Das ist genauso witzlos, wie es sich anhört, und man darf sich wundern, wie viele abgeschmackte Kalauer und hirnrissige Gags in einen einzigen Film passen. "Mein verschärftes Wochenende" geriert sich als Tabubrecher und wühlt sich bildlich gesprochen durch die Unterwäsche. Aber weder ist das komisch, noch subversiv - es ist verklemmter Pennälerhumor. Die Grundidee - jeder Schicksalsschlag wird mit einem kuriosen Hobbyfilm-Schnipsel kommentiert - wird zu Tode geritten, und am Ende wird noch ein wenig penetrante Poesiealbum-Weisheit verbreitet. Eine unerträgliche Verschwendung von Lebenszeit. (Ab morgen in München: Mathäser, Maxx, Royal, Autokino, Museum i.O.)Zoran Gojic

"Mein verschärftes Wochenende"

mit Chris Klein, Brendan Fehr

Regie: Pat Holden

Unerträglich

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