Filmkritik und Kinotrailer

"Vampire Academy": Vielfalt der Kreaturen

Berlin - Neben dem Bilderbuch "Pettersson und Findus, und dem Bestseller "Die Bücherdiebin" kommt in dieser Woche ein weiterer Roman auf die Kinoleinwand: die Fantasy-Reihe „Vampire Academy“.

Früher waren Vampire so etwas wie antichristliche Vergewaltiger. Dann wurden sie erotisch – und durch „Twilight“ leider zur Projektionsfläche kreuzbiederer Kleinbürgerfantasien. Was für ein Glück, dass die „Vampire Academy“ solche Spießer gar nicht erst hereinlässt! An der Schule, die Rose (Zoey Deutch) und Lissa (Lucy Fry) besuchen, herrscht nämlich eine krude feudale Ordnung: Rose ist halb Mensch, halb Vampir und qua Abstammung verpflichtet, ihre hochadelige Vampirfreundin Lissa gegen das Böse zu verteidigen. Letzteres tritt in Form der Strigoi, einer sinistren Vampirunterform, ins Leben der Mädchen.

So verwirrend die Vielfalt der Kreaturen ist, so atemlos legt Mark Waters die gewitzte Fantasy-Action-Saga an. Rose ist die treibende Kraft: Sie wirft mit Sprüchen um sich, prügelt sich in bester Martial-Arts-Manier, umsorgt Lissa wie eine Mutter – oder eine lesbische Freundin. Wenn es Lissa an Blut mangelt, darf sie sich in lasziver Pose an Roses Hals gütlich tun. Nun dürfte klar sein, warum die Vorlage der US-Autorin Richelle Mead in Deutschland „Blutschwestern“ heißt. Beide Mädels flirten freilich auch mit Männern und das bisexuelle Moment, das sich erfrischend frivol durch den Film zieht, verleiht diesem einen Hauch utopischer Freiheit, die im Jugendfilm sonst eher fehlt. Den Rest kennen wir aus „Harry Potter“ – es geht um Leben, Tod. Nur dass die „Vampire Academy“ weniger patriarchal funktioniert. Gottlob verzichtet der Regisseur auf das Pathos vieler Fantasyfilme. Da verzeiht man ihm, dass er mit Rose eine tolle Heldin geschaffen hat, Lissa aber eine schöne Hülle ohne Inhalt bleibt.

Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © dpa

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