Mit Vaters Gokarts zum Bankraub

- Sie ist erst zwölf Jahre alt, aber sie hangelt sich auf die höchsten Türme und knackt schon eine Bank - und was für eine: Wie die Freeclimberin Kletter-Ida in bester Rififi-Manier die ultramodernen Überwachungssysteme im Hochsicherheitstrakt eines Tresorraums austrickst, ist einfach souverän. Ganz nebenbei verleitet das süße Früchtchen ihre beiden Freunde Sebastian und Jonas mit dem jeweils gleich lautenden Versprechen zum Mitmachen, dass nur der eine der Mann in ihrem Leben sei und dass der andere nur für den Coup gebraucht werde.

<P>So wird alles minutiös und generalstabsmäßig geplant: Man übt den artgerechten Umgang mit Kampfhunden, filmt eine "Schleife" für die Überwachungsmonitore und fährt mit den Gokarts aus Vaters Rennbahn zum Bankraub. Was man in der Erwachsenenwelt oft gesehen hat, die berüchtigten schwarz angezogenen Klettermaxen im Kampf gegen Alarmknöpfe, Wachhunde und Kontrollbildschirme, macht mit Kindern einfach wieder Spaß - zumal diese in "brenzligen" Situationen von den Großen nicht ernst genommen werden und so mühelos zwischen Kind sein, Kind spielen und erwachsen sein (wollen) hin- und herschalten können.</P><P>Das wäre aber noch keine richtige Geschichte, wenn nicht das Drehbuch der Hauptfigur ein Motiv an die Hand gäbe, das ihren Bankraub verständlich macht und vielleicht sogar ein wenig entschuldigt: Ida braucht das Geld für die lebensrettende Operation ihres Vaters. Aus dieser Not heraus bekommt das gewagte Unternehmen einen doppelten Boden und schließlich auch ein märchenhaftes Ende. Regisseur Hans Fabian Wullenweber fand für diese flotte, überraschungsreiche dänische Action-Komödie ein jugendliches Trio mit frischen, unverbrauchten Gesichtern: die sportliche, willensstarke Julie Zangenberg als Ida, Stefan Pagels Andersen als den selbstsicheren Sebastian und Mads Ravn als das schüchterne Computergenie Jonas. Zusammen sind sie unschlagbar und spielen manch erwachsenen Star einfach an die Wand. (In München: Museum, Apollo, Kino Solln.)</P><P>"Kletter-Ida"<BR>mit Juli Zangenberg<BR>Regie: Fabian Wullenweber<BR>Sehenswert</P>

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