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Leni Riefenstahl 1945.

UFA verfilmt Leben von Leni Riefenstahl

Potsdam - Mit einem Zehn-Millionen-Euro-Budget verfilmt die UFA Fernsehproduktion das Leben der Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl (1902-2003).

Eine Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins “Focus“. Der Arbeitstitel des TV-Zweiteilers, der vor den Olympischen Spielen 2012 in London auf den Bildschirm kommen soll, heiße “Olympia 1936“. Der Film konzentriere sich auf die Zeit der Olympischen Spiele in Berlin. Das ursprüngliche Konzept, die komplette Biografie der 2003 im Alter von 101 Jahren gestorbenen Riefenstahl filmisch umzusetzen, habe sich nicht realisieren lassen, sagte Norbert Sauer, Geschäftsführer der UFA Fernsehproduktion, dem Magazin.

Bei Vorgesprächen mit Institutionen sei Misstrauen deutlich geworden. Zudem sei befürchtet worden, Nazi-Ästhetik aufzuwerten. Weitere Hauptfiguren des Films neben Riefenstahl sind der schwarze Olympiastar Jesse Owens, der NS-Propagandaminister Joseph Goebbels und ein englischer Journalist. Wer diese Rollen spielen soll, sei noch nicht entschieden, sagte Sauer. Auch wurde nicht bekannt, welcher Fernsehsender in Frage käme. Dreharbeiten sind auch im Berliner Olympiastadion geplant. Mit ihren Dokumentarfilmen über die Olympischen Spiele 1936 und den Nürnberger Reichsparteitag 1934 stellte sich Riefenstahl in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda.

Auch wenn sie zur Prominenz des Hitlerreiches gehörte, betonte sie nach dem Krieg stets, dass Politik sie nie interessiert habe. In ihrer Frühzeit hatte sich die in Berlin geborene Riefenstahl als Ausdruckstänzerin einen Namen gemacht und wirkte dann vor allem in Bergfilmen als Hauptdarstellerin mit. Später widmete sie sich unter anderem Fotoreportagen über die afrikanischen Nuba und unternahm Tauchexpeditionen. Riefenstahl starb 2003 in Pöcking am Starnberger See.

dpa

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