Verführerische Juwelendiebin

- Schon die erste Szene, in der sich Laure (Rebecca Romjin-Stamos) halbnackt auf einem Hotelbett räkelt und dabei Billy Wilders Klassiker "Die Frau ohne Gewissen" ansieht, lässt ahnen, worum es gleich gehen soll: Der Zuschauer wird entführt ins Brian-De-Palma-Land, in das für den Regisseur so typische Spiel mit Andeutungen, Zitaten und überraschenden Wendungen - die manchmal in ihrer radikalen Umsetzung und Bildersprache nicht ganz so einfach zu verdauen sind.

<P>Die Kamera folgt der verführerischen Juwelendiebin Laure auf ihren verschlungenen Lebenspfaden: Nachdem sie während der Filmfestspiele in Cannes ihre Partner austrickst und sich zunächst nach Paris absetzt, lernt sie auf einem Flug in die Vereinigten Staaten einen reichen Knülch (Peter Coyote) kennen. Der wird zufällig zum US-Botschafter in Paris gekürt, und so kehrt Laure als dessen Gattin wieder an die Orte ihrer Verbrechen zurück. Zur gleichen Zeit werden ihre Diebesfreunde von einst aus dem Knast entlassen, und wem das noch nicht Zufälle genug sind: Zu allem Überfluss erkennt sie Paparazzo Nicolas (Antonio Banderas) auch noch anhand alter Fotos wieder. . . Die erste Dreiviertelstunde ist raffiniert inszeniert und ein filmischer Leckerbissen. De Palma, erkennt man da, wird zu Recht mit Hitchcock verglichen.</P><P>Optisch ist "Femme fatale" sicherlich einer der reizvollsten Filme des noch jungen Kinojahres. Die Bilder entfalten trotz der irritierenden Kapriolen und unglaubwürdigen Zufälle des Drehbuchs eine faszinierende Sogwirkung, der man sich als Zuschauer gerne überlässt. Aber dann beginnt die Handlung konfus zu werden. Und De Palma scheint mit seinen üppig eingesetzten Vogelperspektiven und anderen visuellen Kunststückchen darüber hinweg trösten zu wollen, dass selbst ihn die Story irgendwie nicht mehr so recht interessiert hat. Schließlich endet dieser so fulminant begonnene Thriller auf eine Art und Weise, dass der Verdacht aufkommt, De Palma wollte dringend seinen guten Ruf ruinieren. (In München: Maxx, Aircraft, Gabriel, Cinema i. O.)</P><P>"Femme fatale"<BR>mit Rebecca Romjin-Stamos<BR>Regie: Brian De Palma<BR>Annehmbar</P>

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