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Die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer freuten sich: Sie sahnten einen Preis mit "Elser - Er hätte die Welt verändert" ab.

Elser-Film räumt ab

Bayerischer Filmpreis: Das sind die Gewinner

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    Michael Schleicher
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München - Der Bayerische Filmpreis ist verliehen! Den begehrten Produzentenpreis sicherte sich am Freitagabend Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“.

Das Urteil der Jury macht neugierig: „Ein sorgfältig recherchiertes und brillant geschriebenes Drehbuch von Fred und Léonie-Claire Breinersdorfer, ein in jeder Nuance überzeugender Hauptdarsteller Christian Friedel und eine meisterhafte Regie von Oliver Hirschbiegel machen ,Elser‘ zu einem herausragenden Kinoereignis.“

Dafür durften Oliver Schündler und Boris Ausserer, die Männer hinter diesem Film über Georg Elsers 1939 gescheitertes Attentat auf Hitler, bei der 36. Verleihung des Bayerischen Filmpreises am Freitagabend den Produzentenpreis entgegennehmen.

Möglich, dass dieser Rückenwind die Produktion auch in den Wettbewerb der Berlinale bringt. Am 2. April startet „Elser“ offiziell in den Kinos – dann können sich die Zuschauer überzeugen, ob das große Lob berechtigt ist.

"Elser - er hätte die Welt verändert" hat den Produzentenpreis beim Bayerischen Filmpreis gewonnen

Die Jury hat eine kluge Wahl getroffen, wie bei der von Christoph Süß moderierten Gala im Münchner Prinzregententheater deutlich wurde: Unter den ausgezeichneten Filmen waren relevante Stoffe, die von (Zeit-)Geschichte erzählen oder gesellschaftspolitische Entwicklungen widerspiegeln.

Doch die Juroren (und nicht zuletzt die Zuschauer mit dem Publikumspreis für „Stromberg“) ehrten auch gut gemachtes Unterhaltungskino.

Beides kombiniert Baran bo Odar in seinem Thriller „Who am I – Kein System ist sicher“ auf eindrucksvolle Art und Weise. Denn wie inszeniert man einen Film über Computer-Hacker, ohne dass man die ganze Zeit Menschen zeigt, die auf Bildschirme starren?

Gernot Roll bekam Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

Dem Absolventen der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film ist es gelungen, diese Frage mit „Who am I“ zu beantworten. Statt langatmig Chats und Hacks am Computer zu zeigen, lässt er seine Figuren aufeinanderprallen. Die Typen, die sich im Netz hinter der scheinbaren Anonymität verstecken, tragen ganz real Masken beim Aufeinandertreffen in dunklen U-Bahnwagen.

Sie versuchen, sich diese gegenseitig vom Gesicht zu reißen, nur um darunter weitere Masken zu entdecken. Was im Computer im übertragenen Sinn geschieht, passiert bei Baran bo Odar tatsächlich auf der Leinwand.

Das funktioniert erstaunlich gut. Entstanden ist eine ganz eigene Ästhetik dieses Films, der so gar nicht aussieht wie ein deutscher Thriller, sondern wie großes US-amerikanisches Kino: Dafür gab es – vollkommen zu Recht – im Prinzregententheater den Regiepreis für den überraschten 36-Jährigen.

Einer, der sich dagegen darauf vorbereiten konnte, auf die Bühne gerufen zu werden, war Gernot Roll. Denn traditionell wird der Träger des Ehrenpreises des Ministerpräsidenten einige Tage vor der Gala bekanntgegeben.

In Stellvertretung von Horst Seehofer würdigte Bayerns Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner den Kamermann und Regisseur, der eindrucksvoll beweise, „dass sich künstlerische Meisterschaft und handfeste Unterhaltung“ nicht ausschließen.

Roll, 1939 in Dresden geboren, prägte mit seiner prägnanten Art der Bildgestaltung nicht nur die „Heimat“-Filmreihe von Edgar Reitz, sondern stand unter anderem auch bei Caroline Links Oscar-Gewinner „Nirgendwo in Afrika“ und Helmut Dietls „Rossini“ hinter der Kamera.

Das sind die Gewinner

Am Freitagabend wurden im Münchner Prinzregententheater die Bayerischen Filmpreise in diesen Kategorien verliehen:

Produzentenpreis (200000 Euro): Oliver Schündler und Boris Ausserer für „Elser – Er hätte die Welt verändert“

Regiepreis (10.000 Euro): Baran bo Odar für „Who am I“

Beste Schauspielerin (10.000 Euro):  Katharina Marie Schubert für ihre Rolle in „Ein Geschenk der Götter“

Bester Schauspieler (10.000 Euro):  Alexander Fehling für seine Rolle in „Im Labyrinth des Schweigens“ Bestes Drehbuch (10 000 Euro): Sarah Nemitz, Lutz Hübner und Oliver Ziegenbalg für „Frau Müller muss weg“

Beste Bildgestaltung (10.000 Euro):  Christian Stangassinger für „Wir waren Könige“

Bester Dokumentarfilm (10.000 Euro):  Nadav Schirman für „The Green Prince“

Beste Nachwuchsdarstellerin (10.000 Euro):  Jasna Fritzi Bauer für ihre Rolle in „About a Girl“

Bester Nachwuchsdarsteller (10.000 Euro): Louis Hofmann für seine Rolle in „Freistatt“ Bester Nachwuchs-Regisseur (10 000 Euro): Tomasz Emil Rudzik für „Agnieszka“

Bester Kinderfilm (10.000 Euro):  Neele Leana Vollmar für „Rico, Oskar und die Tieferschatten“

Bester Animationsfilm (10.000 Euro): Patrick Elmendorff und Thorsten Wegener für „Die Biene Maja – Der Kinofilm“

Nachwuchs-Produzentenpreis (60.000 Euro): Jan Krüger und René Römert für „Jack“

Publikumspreis: „Stromberg – Der Film“

Ehrenpreis des Ministerpräsidenten: Gernot Roll

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