Filmkritik und Kinotrailer

"Veronica Mars": Dank Fan-Spenden im Kino

München - „Veronica Mars“, die Verfilmung der gleichnamigen Fernsehserie, kommt dank Fan-Spenden auf die Kino-Leinwand. Die Krimikomödie ist aber vorallem für Serienkenner schlüssig.

So gelassen sieht also jemand aus, der unter Mordverdacht steht. Nein, Schauspieler Jason Dohring überzeugt nicht als ewiger On-/Off-Freund von Titelheldin Veronica Mars (Kristen Bell). Wie er durch die Szenen schlurft, mit ausdrucksloser Miene den zu Unrecht unter Verdacht Stehenden mimt und auf diese Weise erneut Jugendfreundin Veronica für sich gewinnt – das passt nicht recht. Zumal Veronica mittlerweile erfolgreiche Jura-Absolventin und bald Anwältin in einer New Yorker Großkanzlei ist, in einer festen Beziehung lebt und ihrer Heimatstadt Neptune und der Privatdetektei ihres Vaters eigentlich den Rücken gekehrt hat.

Dank Fan-Spenden kommt „Veronica Mars“ ins Kino

Veronica Mars ist eine selbstbewusste, starke Frau, wie bereits in der gleichnamigen Fernsehserie, die 2007 aufgrund niedriger Quoten nach drei Staffeln eingestellt wurde. Die Fans aber wollten mehr: Per Crowdfunding kam innerhalb eines Tages das geforderte Geld von zwei Millionen Dollar zusammen. Insgesamt wurden es am Ende 5,7 Millionen US-Dollar.

So viel Zuspruch verpflichtet: Kein Wunder also, dass Regisseur Rob Thomas auf altbewährte Serien-Themen setzt und möglichst vielen Charakteren einen Auftritt gönnt. Am einfachsten geht das bei einem Klassentreffen – zehn Jahre nach dem Abschluss sehen wir sie also alle wieder, die verhassten Schulkameraden der Hauptfigur, von denen einige – wie sollte es anders sein? – potenziell Mörder einer getöteten Klassenkameradin gewesen sein könnten. Das ist dank einleitender Erläuterung der wichtigsten Figuren und der Vorgeschichte zu Beginn des Films auch für alle Nichtkenner der Serie verständlich. Die Anspielungen, Witzeleien und vor allem das weitergesponnene Eifersuchts-Drama zwischen Veronica, Logan und Stosh „Piz“ Piznarski (Chris Lowell) jedoch sind so richtig nur für Serienkenner nachvollziehbar.

Katja Kraft

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