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Mady Rahl in dem Spielfilm „Eine Nacht im Mai“ aus dem Jahr 1938; hier mit Karl Schönböck.

Die verruchte Stimme: Mady Rahl gestorben

München - „Verrucht“ – das war das Wort, mit dem man früher rauchige, tiefe Frauenstimmen bezeichnete. Mady Rahl hatte solch ein aufregendes Timbre. Die einstige Ufa-Schauspielerin starb am Samstag mit 94 Jahren im Klinikum Bogenhausen.

Die gebürtige Berlinerin litt an Krebs. In mehr als 60 Filmen – in der Nazi-Zeit und danach – stand sie vor der Kamera. Unvergessen sind ihre Rollen in den 1950er-Jahren in Filmen wie „Die Sterne lügen nicht“, „Geliebte Bestie“ und „Die Dame in Schwarz“. Ihre Karriere hatte die blonde Schönheit in den Ufa-Studios in Babelsberg begonnen. Sie spielte unter anderem an der Seite von Marika Rökk und Johannes Heesters.

Mady Rahl wurde am 3. Januar 1915 als Edith Gertrud Meta Raschke in Berlin geboren. Sie besuchte ein Lyzeum, lernte Schreibmaschine und Stenografie, um sich als Privatsekretärin die teuren Gesangs- und Tanzstunden leisten zu können. Sie verließ die Schule und wurde sofort am Alten Theater in Leipzig engagiert. Als sie vorsprach, soll es geheißen haben: „So was wie Sie wird nicht geprüft. Das wird engagiert!“

Das Theater blieb neben dem Film ihre zweite künstlerische Heimat. In den 50er-Jahren begeisterte sie in Münchens Kleiner Komödie monatelang als „Ehrbare Dirne“ und „Blauer Engel“. Später startete sie eine dritte Karriere im Fernsehen, wo sie in zahlreichen Rollen auftrat, etwa im „Tatort“, „Polizeiruf 110“ oder in der Familienserie „Die Wicherts von nebenan“. Ihre unverwechselbare Stimme setzte sie auch als Synchronsprecherin ein. So lieh sie etwa der Moro im Zeichentrickfilm „Prinzessin Mononoke“ die Stimme. Auch das Privatleben der Schauspielerin verlief turbulent. Sie war dreimal verheiratet und wurde dreimal geschieden. Im Alter erwies sich Mady Rahl als talentierte Malerin. Zuletzt lebte sie – fast erblindet und dement – in einem Münchner Pflegeheim.

bs/mm

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