Verrutschende Kopftücher: Frauenfußball im Iran

München - Die Revolution dauerte 90 Minuten. Eineinhalb Stunden, in denen Hunderte von Frauen lautstark ihre Sehnsucht nach Freiheit herausschrieen.

Die letzten Minuten des eindrucksvollen Dokumentarfilms "Football Under Cover" besitzen einen hohen historischen Wert. Schließlich zeigen sie tobende weibliche iranische Fußballfans, die im April 2006 im Stadion von Teheran begeistert "Iran, Iran" brüllen. Und auf den Rängen des Stadions krakeelen und singen. Mit verrutschenden Kopftüchern und bunten Fahnen in der Hand. Grund für diese einmalige kollektive Ekstase war das Spiel der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft gegen den kleinen Multikulti-Frauenfußballverein BSV Al Dersimspor aus Berlin-Kreuzberg.

"Im Iran ist offiziell nichts möglich ­ aber dennoch fast alles möglich." Diese Erkenntnis vermittelte der iranische Regisseur Ayat Najafi seinem Ko-Regisseur David Assmann bald nach der ersten Idee zu diesem Projekt. Assmanns Schwester Marlene spielt in dem Berliner Amateurverein, und so war rasch der Einfall da, die Kreuzberger Mädels zum Turnier in den Iran zu begleiten. Die Schwierigkeiten im Vorfeld des Spiels, auf iranischer wie auf deutscher Seite, beleuchten Najafi und Assmann in Schlaglichtern, zeigen die Verrenkungen der männerdominierten iranischen Bürokratie ebenso wie die Schwierigkeiten beim Trikotkauf oder Training im Park. "Football Under Cover" ist ein ambitionierter Politfilm in sportlich-unterhaltsamer Verpackung, dessen hoffnungsvolles Ende zeigt: Unüberwindbar sind die Unterschiede zwischen den Kulturen nicht. (In München: City.)

"Football Under Cover"

Regie: David Assmann/ Ayat Najafi

Sehenswert

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