Aus Versehen den Rembrandt gestohlen

- Mick (Lars Brygmann) ist ein Kleinkrimineller, der seit Jahren ins Gefängnis und wieder in die Freiheit marschiert, wie andere zur Arbeit gehen. Im Knast trifft er auf seinen inzwischen erwachsenen Sohn Tom (Jakob Cedergren), der vor der Entlassung steht. Der Filius schlägt dem beruflich erfolglosen Papa einen Deal vor: Er soll aus einem kaum bewachten Museum ein Gemälde stehlen. Da Tom den Einbruch selbst nicht durchführen kann, wendet er sich an seinen erfahrenen Erzeuger.

<P>Anrührende Momente</P><P>Der hat allerdings von Bilder-Klauen auch keine Ahnung und entwendet mit einem tumben Kumpel prompt das falsche Werk. Ausgerechnet eines von Rembrandt. Mehrere Millionen Euro wert. Die Möchtegern-Ganoven haben quasi aus Versehen einen Coup gelandet und wissen jetzt nicht, wohin mit dem Bild. Denn einen von der Polizei überall gesuchten Rembrandt irgendwo unter der Hand verkaufen zu können, überfordert Vater wie Sohn vollkommen. Wie zum Beispiel kontaktiert man die japanische Mafia? Wie verhält man sich, wenn das ganze Land nach einem fahndet?<BR><BR>Der dänische Regisseur Jannik Johansen befasst sich in seinem Regie-Debüt mit einem Denkmal grandioser Dummheit, das auf Tatsachen beruht. In "Klauen für Anfänger" erzählt er den Verlauf eines der spektakulärsten Kunstdiebstähle Dänemarks nach. Sein Film erinnert jedoch nicht an erfolgreiche Gangster-Balladen der letzten Jahre wie etwa Guy Ritchies überdrehten Streifen "Snatch". Wo Ritchie überzeichnete, die grotesk übersteigerte Farce zeigte, bildet Johansen das wahre, unprätentiöse Leben ab. Der Alltag der Kleinkriminellen, die geringfügige und unspektakuläre Verbrechen begehen, um überleben zu können. Das Dahinvegetieren zwischen Untersuchungshaft, der nächsten Gerichtsverhandlung und dem stillen Glück mit einer in die Jahre gekommenen Porno-Darstellerin.</P><P><BR>Hier zeigt sich das besondere Talent Johansens, sein Gespür für fein beobachteten Alltag. So sind die komischsten Momente zweifellos diejenigen rund um den Rembrandt-Klau. Die wirklich anrührenden Augenblicke sind aber die, in denen sich Johansen auf seine beiden Anti-Helden, ihre Lebenssituation und ihr zerknittertes Vater-Sohn-Verhältnis konzentriert. Da gewinnt "Klauen für Anfänger" abseits der klassischen Gangster-Ballade einen ureigenen, spröden und äußerst liebenswürdigen Charme.</P><P>"Klauen für Anfänger"<BR>mit Lars Brygmann, Jacob<BR>Cedergren, Nicolas Bro<BR>Regie: Jannik Johansen<BR>Sehenswert </P>

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