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Erleben ihre Abenteuer im Niederbayern der Nachkriegszeit: Tom (Benedikt Weber, re.), Hacke (Xaver Maria Brenner) und ihre Freundin Biggi (Julia Forstner).

Viel gewagt – viel gewonnen

In „Tom und Hacke“ verlegt Norbert Lechner die Geschichte von Tom Sawyer und Huckleberry Finn nach Niederbayern. Lesen Sie hier die Kritik zu unserem "Film der Woche"!

Das muss man sich erst einmal trauen! Regisseur Norbert Lechner hat wirklich Mut. Schließlich wagt er mit „Tom und Hacke“, Mark Twains seit Generationen beliebte Geschichte von Tom Sawyer und Huckleberry Finn ins Niederbayern der Nachkriegszeit zu verlegen und daraus einen nur noch grob am Original orientierten, aber für sich ganz wunderbar neuen, spannenden Kinderkrimi zu inszenieren.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmen die Frauen das Straßenbild der Kleinstadt: überall abgearbeitete, müde Gesichter und geblümte Kittelschürzen. Kochen, waschen, nach Essen anstehen, und abends rattert die Nähmaschine, um noch ein paar Pfennige dazuzuverdienen. Väter gibt es kaum. Die wenigen, die aus Krieg oder Gefangenschaft zurückkamen, schlagen sich mit Gelegenheitsjobs oder Gaunereien durch. In dieser aus den Fugen geratenen Zeit wachsen die elternlosen Freunde Tom (Benedikt Weber) und Hacke (Xaver Maria Brenner) auf. Der eine bei seiner Tante Polly (Franziska Weisz) und deren Sohn Alois, der andere allein in einem alten Eisenbahnwaggon. Als die äußerst einfallsreichen Buben eines Nachts auf dem Friedhof versuchen, mit Zaubersprüchen Hackes Warzen wegzuhexen, beobachten sie einen Mord – und geraten bald selbst in große Gefahr.

Norbert Lechner hat die Zeit von Schwarzmarkt und Zigarettenwährung mit viel Gespür für Stimmung und Detail eingefangen. Seine munter erzählte Abenteuergeschichte spart Probleme wie Hunger, Armut und Gewalt nicht aus, präsentiert sie aber in einem auch für sechsjährige Kinder bereits angemessenem Rahmen. Das Drehbuch ist exzellent geschrieben, die Kameraführung ist abwechslungsreich und die Darsteller, besonders die jungen, sind hervorragend. Besser geht’s nicht.

Ulricke Frick

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