Viel Zynismus - kaum Witz

- Die "Bad Boys" des Titels, dies gleich vorweg, sind good guys: Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence), zwei Polizisten von der Rauschgiftfahndung aus Miami, sind zurück auf der Leinwand und kämpfen wieder gegen Drogenbarone, und zwar über geschlagene 146 Minuten, die trotz allem Tempo nicht wie im Flug vergehen. Die meiste Zeit verbringen beide, wenn sie nicht gerade in eine Verfolgungsjagd verwickelt sind, mit Rededuellen. Die Spannungen zwischen ihnen wachsen. Es gibt kleinere und größere Geheimnisse.

<P>Der erste Einsatz des Duos war 1995 ein B-Movie der schlechteren Kategorie. Inzwischen haben Smith und Lawrence Karriere gemacht. Von außen betrachtet, stimmt auch die restliche Mischung: Regie führte Michael Bay, der mit "Pearl Harbor" Erfolg hatte, fürs Drehbuch war Ron Shelton gemeinsam mit drei weiteren Autoren verantwortlich. Das Ergebnis ist nicht völlig schlecht, aber sehr ärgerlich. Nicht ganz schlecht: denn immerhin hat Will Smith seine charmanten Momente, scheint so etwas wie Witz und Chemie zwischen beiden Helden auf. Und man darf auch nicht die für einen US-Film nach wie vor bemerkenswerte Tatsache vergessen, dass hier ein fürs breite Publikum gedachter Film zwei schwarze Hauptdarsteller auf die Leinwand bringt. Trotzdem sehr ärgerlich: denn der Film ist viel zu lang für das, was er bietet. Er besteht vor allem aus Verfolgungsjagden, bei denen eine der anderen zum Verwechseln ähnelt. </P><P>Alles langweilt. Die Story lässt kein Stereotyp aus. Das Drogenkartell setzt sich zum Teil aus "der Russenmafia" zusammen, die Drahtzieher aber kommen aus Kuba, was in der Realität jeder Grundlage entbehrt. Der Erzbösewicht ist ein wandelndes rassistisches Klischee: ein sadistischer Latino mit Akzent und viel Schreierei. Am Schlimmsten aber ist die übertriebene Brutalität: der Zynismus der Macher, die von den Zuschauern offenbar erwarten, dass sie es lustig finden, wenn Witze über Leichen (die hier als Drogenlager dienen) gerissen werden oder wenn Dutzende von Unbeteiligten ums Leben kommen. Am Ende gibt es mal eben kurz eine Invasion auf Kuba mit vielen Toten. Moral: Wenn ein amerikanisches Leben in Gefahr ist, kommt es auf ein paar Kubaner nicht an. Dabei gab es mal eine Zeit, in der Hollywoods Helden Achtung vor dem Leben Unschuldiger hatten. (In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Gloria, Münchner Freiheit, Autokino, Cincinnati, Gabriel, Cinema und Museum i. O.)</P><P>"Bad Boys II"<BR>mit Martin Lawrence, Will Smith<BR>Regie: Michael Bay<BR>Unerträglich</P>

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