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Vier Weicheier

- "Metallica": Das sind vier harte Männer, die noch härtere Musik machen. So jedenfalls dachten die vielen Fans, und so stellte sich die Band auch selber dar. Aber in der erstaunlichen Dokumentation "Metallica: Some kind of Monster" zeichnen Joe Berlinger und Bruce Sinofsky ein ganz anderes Bild.

<P>Ursprünglich wollten die Dokumentarfilmer die Gruppe bei der Arbeit zu dem Album "St. Anger" beobachten, wurden dabei aber Zeugen einer Schaffenskrise, die ungeahnte Ausmaße annahm. Beide begleiteten die Gruppe zwei Jahre lang mit der Kamera und zerstörten ihr Image. Denn die Herren Rocker wurden von ihrer Plattenfirma irgendwann zum Psychiater geschickt, nachdem die Studio-Aufnahmen nicht recht vorankamen und die Bandmitglieder sich in Machtkämpfen derart zerfleischten, dass der Sänger Trost im Alkohol suchte.<BR><BR>So sieht man also vier gestandene Männer bei der Gruppentherapie, in der mal "über alles geredet werden soll" - und traut seinen Ohren nicht. Da wird lamentiert wie in der Spielgruppe der Vorschule, und die angeblich harten Typen entpuppen sich als rührend unsichere Jungs, denen die Kontrolle über ihr Leben als Rockstar entglitten ist. Die erfolgreichste Hardrock-Band der Welt (100 Millionen verkaufte Tonträger) erweist sich als Ansammlung von sympathischen Weicheiern, die auch nur geliebt werden wollen. Faszinierenderweise stabilisiert sich das Gemüt der Musiker tatsächlich, der Therapeut erliegt im Gegenzug der Magie des Showbusiness und will die Band als ambulante Notfalleinheit für psychische Krisen bei ihrer Tournee begleiten. Aber das geht "Metallica" dann doch zu weit. Man kann es mit dem Gerede auch übertreiben, finden die Rocker. Und haben natürlich Recht. </P><P>(In München: Mathäser.)<BR><BR>"Metallica: Some kind of Monster"<BR>Regie: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky<BR>Hervorragend </P><P> </P>

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