Vogel spielt in "Die Welle" einen Lehrer

Berlin - Jürgen Vogel (38) spielt die Hauptrolle in der Neuverfilmung des Jugendromans "Die Welle" von Morton Rhue. Regisseur Dennis Gansel ("Napola") hat das Drama in Berlin und Umgebung gedreht.

Darin geht es um ein erschreckendes Experiment eines Lehrers mit seinen Schülern, das den Alltag in einer Diktatur greifbar machen soll und dabei außer Kontrolle gerät. Vogel, der früher gern in den Rollen der Außenseiter und schrägen Typen besetzt wurde, ist der Pädagoge. "Das war echt spannend" erzählte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

Der Lehrer Ron Jones, der Vorbild für die Hauptfigur war, sei am Set gewesen, was Vogel besonders beeindruckt hat. Er hat das Buch "Die Welle" zwar nicht in der Schule gelesen, dafür aber das NS-Thema gründlich behandelt. "Wir haben das ganz schön durchgekaut, das fand ich auch gut." Bevor der Film 2008 in die Kinos kommt, ist der Schauspieler noch in anderen Rollen zu sehen: etwa in Til Schweigers Komödie "Keinohrhasen" (Kinostart 20. Dezember) und am 7. Januar im ZDF-Krimi "Duell in der Nacht" mit Iris Berben.

Für das Drama "Der freie Wille" wurde Vogel 2006 mit einem silbernen Berlinale-Bären ausgezeichnet, mit den Filmemachern Matthias Glasner und Lars Kraume hat er eine eigene Produktionsfirma. Ganz bestimmte Rollen wünscht er sich nicht mehr. "Als junger Schauspieler ist das vielleicht noch so, wenn man sich 'freispielt', wie man sagt." Er drehe Filme, die er wichtig finde. "Für jedes Projekt hat man einen bestimmten Ehrgeiz." Vogel selbst guckt gern "Tatort". "Sonst mag ich Serien wie 'The Shield', auch 'The X-Files' habe ich gesehen. 'Twin Peaks' fand ich damals auch ganz geil. Ich mag an Serien, dass sie wie Romane Geschichten erzählen."

Vogel ist Vater von vier Kindern. Er wohnt aber nicht mehr mit seinen Ex-Partnerinnen und den gemeinsamen Kindern in einem Haus im Berliner Westen, aber immer noch in der Nähe. "Das ist mir total wichtig, damit es eine Selbstverständlichkeit für die Kinder ist, zu sagen 'Heute gehe ich zu Mama' oder 'Heute gehe ich zu Papa'", erklärt Vogel. "Das Wort 'Patchworkfamilie' mag ich nicht. Man ist einfach Eltern, das reicht. Dazu gehört für mich, dass man immer einen Weg versucht, es so gut wie möglich zu machen, für sich, die Frauen und die Kinder." Weihnachten will der Schauspieler mit 12, 13 Leuten feiern. "Ich mach' auf jeden Fall den Weihnachtsbraten."

Interview: Caroline Bock, dpa

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