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Sandra Bullock als Jane Bodine und Billy Bob Thornton als Pat Candy in einer Szene aus dem Film "Die Wahlkämpferin".

Sandra Bullock im Haifischbecken

"Die Wahlkämpferin": Leben schreibt die besten Geschichten

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München - „Die Wahlkämpferin“ mit Sandra Bullock ist gute, unangestrengte Unterhaltung. Etwas mehr Biss könnte der Film allerdings doch haben.

Die Wirklichkeit schreibt doch die besten Geschichten. Nur so ist es zu erklären, dass sich Regisseur David Gordon Green von Rachel Boyntons Dokumentarfilm „Our Brand is Crisis“ über Politstrategen und ihr Geschäft zu einem Spielfilm inspirieren ließ. Jane Bodine (Sandra Bullock), Fachfrau für politische Kampagnen, hat sich nach einer bitteren Niederlage ins Privatleben zurückgezogen. Doch nun bitten sie ihre Ex-Kollegen um Unterstützung: Denn der bolivianische Präsidentschaftskandidat Pedro Castillo (Joaquim de Almeida) scheint bereits vor der Wahl verloren zu haben.

David Gordon Green schwebte offensichtlich eine böse Satire wie „Wag the Dog“ vor, als er seinen Film konzipierte. Doch leider lässt „Die Wahlkämpferin“ einen ähnlichen Biss weitgehend vermissen. Die Dialoge sind oft nicht pointiert genug, und auch die Wortgefechte zwischen Bullocks Jane Bodine und deren ewigem Widersacher Candy (Billy Bob Thornton) hätten viel grimmiger ausfallen dürfen.

Aber auch wenn Green viele Chancen verschenkt – andere weiß er sehr elegant zu nutzen. Insgesamt bietet „Die Wahlkämpferin“ gute Unterhaltung, denn auch angesichts komplexer politischer Themen gelingt es Green immer, den Ton unangestrengt leicht zu halten.

„Die Wahlkämpferin“

mit Sandra Bullock

Regie: David Gordon Green

Laufzeit: 107 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Der Kandidat“ mochten.

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