"Waltz With Bashir" fasziniert in Cannes

Cannes - Das Filmfestival in Cannes hat schon früh einen ersten Kandidaten für die großen Preise. "Waltz With Bashir" aus Israel hat das Publikum bei der ersten Pressevorführung fasziniert und bewegt.

Regisseur Ari Folman erschafft ein ganz neues Genre, den "animierten Dokumentarfilm". Formal als klassisch gezeichneter Animationsfilm in schönstem Comicstil gestaltet, rekonstruiert "Waltz Witz Bashir" Folmans eigene Erinnerungsarbeit über verdrängte Erlebnisse als junger israelischer Soldat im Libanonkrieg Anfang der 80er Jahre. Produziert wurde das Werk von den Deutschen Gerhard Meixner und Roman Paul (Razor Film, Berlin), die für "Paradise Now" über palästinensische Selbstmordattentäter bereits eine Oscar-Nominierung bekommen haben.

In "Waltz With Bashir" geht es um das Vergessen traumatischer Erlebnisse. Langsam tastet sich der Film an seinen Kern heran: Das Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung im Libanon nach dem Attentat auf den libanesischen Präsidenten und christlichen Militärführer Bashir Gemayel im September 1982.

Folman, ein erfahrener Dokumentarfilmer, verfremdet die üblichen Doku-Mittel wie Interviews durch Animation und gestaltet seinen Film eher als zeitgeistigen Trip durch Musik und Popkultur der 80er Jahre. Was mit Träumen und Halluzinationen beginnt, wird inhaltlich immer konkreter und realistischer. Bis am Ende eine lange "echte" Archivsequenz die realen Opfer des Massakers zeigt.

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