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Die Schauspieler Rick Kavanian (l-r), Julia Dietze, Til Schweiger, Udo Kier und Hannelore Elsner bei der Filmpremiere "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" im Mathäser Filmpalast in München.

Ja, so warn’s, die alten Rittersleut

Til Schweiger setzt bei seiner Mittelalter-Komödie „1 1/2 Ritter“ auf wilden Klamauk und prominente Gastauftritte

Nein, diese Produktion ist nicht die erste Parodie eines Film-Genres. Und – nochmals nein – „1 1/2 Ritter“ von Til Schweiger ist auch nicht die erste Parodie eines Mantel-und-Degen-Films. Dennoch ist die erste Arbeit des Schauspielers, Regisseurs und Produzenten nach dessen Riesenerfolg „Keinohrhasen“ ein unterhaltsamer Spaß, der manchmal bekannten Mustern folgt und manchmal echt überrascht.

Jene eineinhalb Ritter, die dem Film seinen Namen geben und die sich – so der Untertitel – „auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“ befinden, sind der von Schweiger selbst gespielte Muster-Ritter Lanze, der eine Angela-Merkel-Frisur trägt und sich mit seiner Verklemmtheit selbst im Weg steht. Die halbe Ritterportion steuert Rick Kavanian bei, der als türkischer Kleinganove und Möchtegern-Held Erdal Ritter Lanze bei der Suche nach der entführten Prinzessin beisteht.

So weit, so bekannt und erwartbar die Geschichte – und sicher stand auch Bully Herbigs Western-Parodie „Der Schuh des Manitu“ bei diesem Film Pate. Doch Schweiger versteht selbst genug von Unterhaltungskino, hat ein sehr sicheres Gespür für Humor, für Stimmungen, Tempo und für Dramaturgie, sodass seine Produktion alles andere als ein Abklatsch ist.

Ohne Frage: „1 1/2 Ritter“ ist wilder Klamauk, und wer damit nicht klarkommt, wird wenig Freude im Kino haben. Was Schweiger hier – wie auch schon in „Keinohrhasen“ – wirklich gelungen ist: Er variiert gekonnt die verschiedenen Spielarten des Humors: Es gibt die Haudrauf-Komik, wie sie aus den Dick-und-Doof-Filmen bekannt ist, ebenso wie Wortwitze, die eher leisen Töne und der hintergründige Humor. Diese Wechsel machen die Komödie lebendig – selbst wenn nicht jede Pointe bei jedem Zuschauer zünden sollte. Noch ein weiteres Erfolgsrezept aus „Keinohrhasen“ hat Schweiger in diesem Film fortgeschrieben: Selbst kleine Nebenrollen hat er mit tollen Schauspielern wie Tobias Moretti, Sunnyi Melles, Stefanie Stappenbeck, Udo Kier oder Anna Maria Mühe besetzt. Und natürlich gibt es auch wieder die Nummern-Revue jener Promis, die in Gastrollen zu sehen sind: „Focus“-Chef Helmut Markwort hat dabei eindeutig die meisten Lacher. Er spielt eine schräge Mittelalter-Persiflage seiner selbst. (In München: Mathäser, Maxx, Royal, Münchner Freiheit, Cinema, Museums-Lichtspiele.)

„1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“


mit Thomas Gottschalk, Udo Kier, Tobias Moretti
Regie: Til Schweiger
Sehenswert

von Michael Schleicher

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