"Watermark": Tiefgang trifft auf Hochglanz

Berlin - Wer gerne Magazine wie „Geo“ liest, wird diesen Film mögen. Die Dokumentation „Watermark“ rund um die Bedeutung des Wassers beeindruckt vor allem durch seine Optik.

Die kanadische Dokumentation „Watermark“, zu Deutsch Wasserzeichen, besitzt alles, was so ein Heft auch hat. Da paaren sich edel fotografierte Bilder mit bemühten und engagierten Inhalten. Da versuchen sich die Macher an einem globalen Überblick – hier eben zum Thema Wasser. Frei unter dem Motto: Alles ist mit allem verwoben, ohne dabei ins Esoterische abzugleiten. Wissenschaft trifft Ästhetik, Tiefgang trifft auf Hochglanz.

Für das Monumentalwerk hat sich das Regie-Duo, Filmemacherin Jennifer Baichwal und Fotograf Edward Burtynsky, mächtig ins Zeug gelegt. Das Team flog rund um die Welt, sammelte 20 Geschichten in zehn Ländern, plauderte in acht Sprachen mit den verschiedensten Menschen. Über zwölf Kameras waren im Einsatz. Zum Schluss hatte die Crew 200 Stunden Rohmaterial angesammelt. Daraus entnahm man freilich nur die besten Momente.

So beeindruckt „Watermark“ vor allem durch die Optik: Da reist die Kamera in atemberaubender Fahrt durch einen Canyon. Gischt schäumt minutenlang gelb vor dem Auge des Betrachters. Staudämme. Springbrunnen. Ewiges Eis. Vertrocknete Flussbetten. Gerber bei der Arbeit. Surfer. Gewässerte Reisfelder. Massenbad im Ganges. Hinter dieser Flut an Impressionen, viele besinnlich, geradezu meditativ präsentiert, verschwindet allerdings irgendwann die Geschichte. Worum geht es? Um die guten und bösen Seiten des Wassers? Um die Ausbeutung der Natur und des Menschen? Um die drohende globale Wasserkatastrophe? So richtig scheinen das die Macher selbst nicht zu wissen. Egal. Hübsch sieht es aus und man lernt ganz nebenbei doch einiges über die Welt. Ohne erhobenen Zeigefinger.

Katrin Hildebrand

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