Filmkritik und Kinotrailer

"Le Weekend": Leben nach den Schmetterlingen

München - In der melancholischen Liebeskomödie "Le Weekend" reist ein englisches Paar in den besten Jahren anlässlich ihres 30. Hochzeitstages für ein Wochenende nach Paris.

Das Kinopublikum wird älter. Das belegen zahlreiche Studien: Während sich immer mehr Jüngere übers Internet mit Filmen versorgen, werden die Lichtspielhäuser zunehmend von 40plus-Zuschauern besucht. Allmählich beginnen die Filmschaffenden, sich verstärkt darauf einzustellen. Roger Michells „Le Weekend“ ist ein gelungenes Beispiel dafür. Das Ehepaar Meg (Lindsay Duncan) und Nick (Jim Broadbent) fährt nach Paris, um seinen 30. Hochzeitstag zu feiern und neuen Schwung in die eingefahrene Beziehung zu bringen. Doch die Stadt der Liebe erweist sich als wenig gastfreundlich und auf den Stufen zur Sacré-Coeur geht Nick zudem zum ersten Mal die Luft aus. Wehwehchen des Alterns und mögliche Krankheiten bestimmen die Gespräche. Bei den ständigen Sticheleien sitzt jeder Hieb, schließlich stecken über 30 Jahre Übung dahinter. Erst als sie Nicks Ex-Kollegen (Jeff Goldblum) treffen, ändert sich der Umgang des Paares.

Drehbuchautor Hanif Kureishi und Regisseur Michell haben genau untersucht, was Paare zusammen hält, wenn die Schmetterlinge verflogen sind. Ihre Resultate präsentieren sie in dieser nicht immer klischeefreien, aber durchweg intelligenten, sehr unterhaltsamen, manchmal zynischen, oft zum Nachdenken anregenden und hinreißend gespielten Liebeskomödie.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © snacktv

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