Wenn die Braut sich räuspert

- Katrine wird heiraten. Morgen. Ihr Zukünftiger, Jonas, ist ein netter Zeitgenosse, die Schwiegermutter akzeptabel und die gemeinsame Wohnung in Kopenhagens Altstadt ein Traum. Einer bequemen, sonnigen Zukunft scheint nichts im Wege zu stehen. Nur heute ist Katrine (Sidse Babett Knudsen) unleidlich. Schließlich ist noch so viel zu tun, bevor sie abends ihre Freundinnen zum Junggesellinnenabschied bestellt hat. Doch Katrine wird mit den Hochzeitsvorbereitungen nicht fertig werden. Schuld daran ist Thomsen (Björn Kjellman), der Ex-Freund ihrer älteren Schwester Mette. Er steht plötzlich vor der Tür, und Katrine vergisst in Anwesenheit des unkonventionellen, übermütigen und lebenslustigen Bekannten aus früheren Zeiten alles, was in ihrem Leben bisher wichtig war.

<P>Die dänische Regisseurin Natasha Arthy fiel in ihrer Heimat bereits 2000 mit ihrem munteren Regiedebüt "Miracle" auf. In der frischen, liebenswerten Dogma-Komödie "Alt, neu, geliehen & blau" zeigt sie jetzt, wie souverän sie die Ingredienzien der klassischen Liebeskomödie mit modernen, originellen Elementen und Themenbereichen anreichern kann. Arthy umgeht geschickt die meisten der eher anstrengenden Dogma-Regeln, trickst sich einen Soundtrack mit Hilfe der CD, die Mette in ihrem Walkman hört, und geht auch sonst recht beherzt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer um. Genau in diesen permanent gesetzten, überraschenden Drehbuchwendungen liegt der eigentliche Reiz dieses sonnendurchfluteten, beschwingten Spielfilms, der zwar das typische Hochzeitsfilm-Tableau bietet, wenn die Braut sich beim Ja-Wort vor dem Altar plötzlich vernehmlich räuspert. Aber trotzdem bleibt bis zu letzt offen, wie sich Katrine nun wirklich entscheiden wird. </P><P><BR>(In München: Mathäser, Forum.)<BR><BR>"Alt, neu, geliehen & blau"<BR>mit Sidse Babett Knudsen, Björn Kjellman<BR>Regie: Natasha Arthy<BR>Sehenswert </P><P> </P>

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