"Wer früher stirbt, ist länger tot" großer Filmpreis-Gewinner

- München - Der Kinohit "Wer früher stirbt, ist länger tot" ist auch beim Bayerischen Filmpreis der große Gewinner: Die hintergründige Sommerkomödie von Markus H. Rosenmüller hat nicht nur mit den mit 200 000 Euro dotierten Produzentenpreis, sondern auch den Nachwuchsregiepreis erhalten.

Der Streifen sei ein Heimatfilm jenseits aller Klischees und verbinde Fantastisches und Surrealistisches mit bayerischem Humor und Schlitzohrigkeit, begründete die Jury. Der Film war mit bislang 1,3 Millionen Besuchern zum Überraschungshit des Jahres 2006 geworden.

Der Regiepreis ging an Tom Tykwer für "Das Parfum". Vier Porzellan-Pierrots erhielt der Film "Vier Minuten" von Chris Kraus. Volker Schlöndorffs neues Werk "Straijk - die Heldin von Danzig" wurde zwei Mal bedacht. Den undotierten Ehrenpreis durfte der Autor, Regisseur und Produzent Michael Verhoeven von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) entgegennehmen. Sönke Wortmanns WM-Dokumentarfilm "Deutschland. Ein Sommermärchen" erhielt den undotierten Publikumspreis. Insgesamt verteilte die Staatsregierung beim Bayerischen Filmpreis Preisgelder in Höhe von 300 000 Euro.

Bei "Vier Minuten" lobte die Jury die Glaubwürdigkeit und die Leidenschaft der Schauspieler, das effektvolle und spannende Drehbuch und die vielschichtigen Charaktere. Der mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnete Film erzählt die schwierige Beziehung zwischen einer Klavierlehrerin und einem Mädchen, das wegen Mordes lebenslang im Gefängnis sitzt. Monica Bleibtreu bekam dafür den weiblichen Darstellerpreis, Hannah Herzsprung wurde als beste weibliche Nachwuchsdarstellerin geehrt. Die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) erkannte "Vier Minuten" den mit 60 000 Euro verbundenen Nachwuchsproduzentenpreis zu.

Tom Tykwers erfolgreicher Kinofilm "Das Parfum" mit Ben Whishaw, Rachel Hurd-Wood und Dustin Hoffman hoben die Juroren als "ins Fantastische gehende, pompöse Romanverfilmung" hervor. "Hier stimmt einfach alles", heißt es in der Begründung. Ausgezeichnet wurde auch die aufwendige Ausstattung, mit der das Paris um 1750 ins Leben gerufen worden war.

Als zweite beste Schauspielerin wurde Katharina Thalbach geehrt für ihre Hauptrolle in "Strajk - die Heldin von Danzig". Der Film bekam im übrigen auch den Preis für die beste Bildgestaltung. Bester männlicher Schauspieler wurde Jürgen Vogel für seine Rolle als Autoverkäufer in "Emmas Glück". Weitere Filmpreise, die bis auf zwei alle mit 10 000 Euro dotiert sind, gingen an "Die Wolke" (bester Jugendfilm), "Der letzte Zug" von Joseph Vilsmaier und Dana Vavrova (Spezialpreis der Jury) und "Havanna - Die neue Kunst, Ruinen zu bauen" (Dokumentarfilmpreis).

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