Wilde Emanze

- "Dina - Meine Geschichte": Entweder man wendet sich angesichts der Anzahl von absurden Unwahrscheinlichkeiten, die sich hier ballen, genervt ab oder aber man lässt sich auf diese epische Kraftmeierei ein und erlebt eine Kino-Wunder. Beruhend auf "Dina's Book" von Herbjoerg Wassmo entspinnt sich - angesiedelt im Norwegen des 18. Jahrhunderts - ein filmischer Entwicklungsroman, der sich völlig auf die Titelheldin konzentriert.

<P>Dina (Maria Bonnevie) verursacht als Kind den tödlichen Unfall ihrer Mutter und ist fortan traumatisiert, auch weil ihr Vater über den Verlust nicht hinwegkommt und ihr aus dem Weg geht. Aus Dina wird ein asozialer Wildfang.<BR><BR>Ein spezieller Fall bleibt Dina auch als Erwachsene. Sie weigert sich die Konventionen anzuerkennen und rebelliert gegen alles, was ihrer Selbstverwirklichung im Weg stehen könnte. Auch die Ehe mit dem älteren Jakob (Gérard Depardieu gegen den Strich als stiller Dulder besetzt) ändert daran nichts. Dina lebt das Leben einer Frau, die sich nimmt, was sie braucht. Dass andere dadurch verletzt werden, merkt sie nicht einmal.<BR><BR>Der Däne Ole Bornedal hat das bildgewaltig als eine Art surreales Märchen inszeniert, auch wenn er ein Historiendrama suggeriert. Er ist ein Meister des Doppelbödigen und spielt geschickt mit verschiedenen Ebenen der Wahrnehmung. Den radikal-feministischen Anspruch der Protagonistin nutzt er dabei virtuos als Antriebsfeder der Geschichte. Dass Dina begeistert, liegt vor allem an Maria Bonnevie. Wie sie durch den Film wirbelt, ist so faszinierend wie erschreckend. Ein kleines Wunder. <BR><BR>(In München: Rottmann.)<BR>"Dina"<BR>mit Maria Bonnevie, Gérard Depardieu, Christopher Eccleston<BR>Regie: Ole Bornedal<BR>Sehenswert </P>

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