Simone Hage reitet durchs ganze Land.
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Simone Hage reitet durchs ganze Land.

Auf dem Rücken der Pferde von Bayern bis zur Ostsee

„Wildherz“: Simone Hages Reise zu sich selbst

  • Jana Heigl
    vonJana Heigl
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Mit der Freiheit ist es so eine Sache: Sie ist verheißungsvoll - und verdammt furchteinflößend. Caro Lobig und Timo Lendzion schaffen es, diese zwei Pole am Beispiel von Simone Hage einzufangen. In ihrem Dokumentarfilm „Wildherz“ begleiten sie die junge Frau zwei Jahre lang.

Simone ist 18, als sie mit ihrer besten Freundin, zwei Wildpferden und einem Hund von Bayern bis an die Ostsee reitet. Auf Instagram verfolgen Tausende, wie sie ihren Traum lebt. Doch Simone ist überfordert von den vielen Möglichkeiten, die sich ihr bieten. Vergeblich versucht sie herauszufinden, was sie vom Leben will. Ihre Sinnsuche führt vom Hufeisenauskratzen in Dänemark bis zum Besuch bei einer Schamanin auf Ibiza. Simone steht stellvertretend für eine Generation, die so frei ist wie kaum eine vor ihr. Mit dieser Freiheit kommt auch die Planlosigkeit. Sie strauchelt oft. Nirgendwo will sie so recht ankommen, immer wieder verspürt sie eine „wahnsinnige Sehnsucht nach der Welt“.

Leider ist der Film gerade am Anfang wirr erzählt. Simone ist so sprunghaft, dass es oft nicht leicht ist, Schritt zu halten. Und: Wer kein Faible für Spiritualität hat, ist in diesem Film falsch. Allerdings ließ sich ihre „Sehnsucht nach der Welt“ selten so gut nachvollziehen wie jetzt. Wo Einschränkungen und Sorge unseren Alltag bestimmen, zelebriert „Wildherz“ das Loslassen. Und das tut sehr gut.

„Wildherz“
Regie: Caro Lobig/Timo Lendzion
Laufzeit: 97 Minuten
Annehmbar ***
Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Ich bin dann mal weg“ mochten.

In München läuft der Film hier.

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