Will Jimeno: Verbrannt, zerschmettert, begraben

- Will Jimeno (38) ist einer der wenigen Überlebenden der Terrorattacke auf das World Trade Center. Der Polizist lag fast 24 Stunden unter den Trümmern, bevor er gerettet wurde. Oliver Stone hat die Geschichte von Jimeno in "World Trade Center" verfilmt.

Wie gefällt Ihnen "World Trade Center"?

Will Jimeno: Ich liebe den Film. Nach der Premiere bin ich zu Regisseur Oliver Stone gegangen und habe ihn umarmt. Denn er hat Wort gehalten. Er hat versprochen, die Geschichte ehrlich zu erzählen.

Gibt es Momente, in denen Sie vergessen, was Ihnen am 11. September widerfahren ist?

Jimeno: Nein. Immer wenn ich auf mein zerschmettertes Bein sehe, ist die Erinnerung da. Für mich gibt es keinen Jahrestag am 11. September. Jeder Tag ist ein Gedenktag.

Wie kommen Sie damit zurecht?

Jimeno: Mir hat wahrscheinlich geholfen, dass ich sofort darüber gesprochen habe, denn ich habe damals viele Interviews gegeben. Es war wie eine Art Therapie für mich.

In dem Film hilft Ihnen eine Vision von Jesus durchzuhalten. Ist das authentisch?

Jimeno: Ja. Ich war verbrannt, zerschmettert, begraben unter Tonnen von Beton. Ich war erledigt. Ich wollte nur meine Augen schließen und sterben. Aber der Glaube hat mir geholfen. Es ist egal, an wen man glaubt. Wenn es Dich am Leben hält, ist es gut.

Haben Sie sich je damit auseinander gesetzt, weshalb die Terroristen das getan haben?

Jimeno: Das frage ich mich die ganze Zeit über, und ich finde keine Antwort. Ich werde oft gefragt, ob ich Moslems hasse. Nein, das tue ich nicht. Wie könnte ich? Diese Männer haben das nicht getan, weil sie Moslems, sondern weil sie Extremisten waren. Ich verstehe die Ideologie dieser Extremisten nicht. Ihre Taten machen nichts besser. Niemandem nützt das.

Hat Sie der 11. September 2001 politisiert?

Jimeno: Nein, ich beobachte die Politik und gehe zur Wahl wie zuvor auch. Ansonsten vermeide ich Unterhaltungen über Politik. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sofort alles ruiniert.

Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie den Ground Zero heute sehen?

Jimeno: Ich habe damit meinen Frieden gemacht. Sobald die neuen Türme fertig sind, werde ich einer der ersten sein, die hochfahren.

Hat sich Ihr Leben seit dem 11. 9. 2001 geändert?

Jimeno: Ich musste wegen meiner Verletzungen den Polizeidienst quittieren. Privat genieße ich mein Familienleber viel bewusster. Und ich versuche ein guter Mensch zu sein. Ich denke, ich habe vorher andere auch gut behandelt. Aber ich achte eben noch mehr darauf, denn jede Begegnung kann das Leben bereichern.

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