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In und um Stuttgart spielt „Willkommen bei Habib“ von Regisseur Michael Baumann.

Kleiner Kino-Glücksfall

Willkommen bei Habib: Schlaue Fragen an das Leben

München - Die Tragikomödie "Willkommen bei Habib" handelt von mehreren Männern, die alle etwas verloren haben und deren Wege sich beim Imbiss des türkischen Einwanderers Habib kreuzen. Es ist ein Film über Schwachstellen in unserem Leben, den "blinden Fleck". Die Kritik:

Frauenfilme gibt es auch als nachdenkliche Komödien. Männerfilme dagegen setzen entweder auf Härte, Depression oder Klamauk. Die sensible, aber lustige Variante kommt so selten vor wie eine gotische Kirche in Rom. Insofern ist „Willkommen bei Habib“ ein kleiner Glücksfall.

Der Stuttgarter Regisseur Michael Baumann hat die Dramödie in seiner Heimatstadt angesiedelt. Einen Monat lang hielt das Ensemble den Stuttgarter Wilhelmsplatz in Beschlag. Dort steht im Film der Imbiss von Habib. Für den Dönerverkäufer selbst hat Baumann mit Vedat Erincin den perfekten Mann gefunden. Erincins geruhsamer Charme und das Augenzwinkern, mit dem er selbst melancholische Szenen meistert, machen aus Habib zugleich das Zentrum des Geschehens wie auch einen Ruhepunkt im Sturm des Lebens. Um ihn und seinen Imbiss entfalten sich ebenso kuriose wie verzweifelte Schicksale. Geschäftsmann Bruno (Thorsten Merten) kämpft auf amüsante und bildlich spektakuläre Weise gegen seine Entlassung. Habibs Sohn Neco (Burak Yiǧit) durchlebt die Niederungen des ehelichen Treuegelöbnisses. Am meisten Trauer und Wehmut aber verströmt der alte Ingo (Klaus Manchen) auf der Suche nach seiner Tochter.

Zunächst lief „Willkommen bei Habib“ unter dem Arbeitstitel „Habib Rhapsody“. In der Musik ist die Rhapsodie ein Werk, dessen Themen nur lose miteinander verbunden sind. Dasselbe gilt für Baumanns Figuren. Obwohl sich ihre Leben rund um den Imbiss abspielen, haben ihre Krisen wenig gemein. Bis auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Diese kann der Film nicht beantworten. Doch stellt er ein paar schlaue Fragen. (In München: Mathäser, Neues Arena.)

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Männer“ mochten.

von Katrin Hildebrand

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