Witzlose Familienfarce

"Das wahre Leben": - Was wissen Filmemacher schon vom wahren Leben? Das ist die Frage, die einem während Alain Gsponers "Das wahre Leben" durch den Kopf schießt. Nach 103 Minuten hat man es erfahren: nicht viel. Das wäre nicht weiter tragisch, außer freilich man will wie Gsponer das echte Leben zeigen. Alles ist hier die Behauptung von Authentizität. Schade, denn die Drehbuchautoren Matthias Pacht und Alex Buresch liefern eine nette Vorlage für eine überdrehte Familienfarce.

Ein Karrieremensch (Ulrich Noethen) wird durch Arbeitslosigkeit zum Familienmensch. Bloß ist die Familie darob nicht allzu erfreut. Ohne Papa lief es bisher auch. Die Gattin (Katja Riemann als Zicke in ihrem Element) widmet sich bereits seit längerem als Galeristin der Kunst und der Selbstverwirklichung. Und die beiden Söhne sind solide unzufrieden, wie es sich für Teenager gehört.

Aber statt daraus eine zeitgemäße Variante von Loriots "Pappa ante Portas" zu machen, reitet Gsponer das Thema mit Witzlosigkeit zu Tode und lässt keinen Stereotyp des neuen deutschen Films aus. Der eine Bub outet sich als schwul, der andere als Frustbomber, überhaupt lauert hinter der bürgerlichen Fassade originellerweise der Abgrund. Immerhin: Die Schauspieler gewinnen den eher platten Figuren viel ab.

"Das wahre Leben"

mit Ulrich Noethen,

Katja Riemann

Regie: Alain Gsponer

Erträglich

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