Wolfgang Petersen lässt "Poseidon" untergehen

- Berlin - Wolfgang Petersen (65), Regisseur von Filmen wie "Das Boot" und "Der Sturm", hat sich mit seinem neuesten Werk erneut ins nasse Element gewagt. Im Berliner Theater am Potsdamer Platz feierte der deutsche Hollywood-Regisseur am Dienstagabend die Deutschlandpremiere seines neuen Films "Poseidon".

Das Premierenpublikum, darunter Showmaster Thomas Gottschalk und die Schauspielerinnen Veronica Ferres und Marie-Luise Marjan, nahm den Film unterschiedlich auf. Die Reaktionen reichten von "gute Unterhaltung mit spannenden Actionszenen" bis "unlogischer Quatsch".

In dem Remake des Katastrophenklassikers "Die Höllenfahrt der Poseidon" aus dem Jahr 1972 lässt Petersen mit großem technischen Aufwand ein voll besetztes Kreuzfahrtschiff von einer Riesenwelle überrollen und anschließend dramatisch untergehen. Petersen meinte, er habe von Filmhandlungen, die im Wasser spielen nun allerdings genug. "Ich habe keine Angst vor Wasser, aber Respekt", meinte er. "Das ist mein Element." Von Filmen, die rund ums Wasser spielen, wolle er jedoch vorerst nichts mehr wissen.

Petersen war mit seinen Darstellern Kurt Russell, Josh Lucas und Emmy Rossum gekommen, die die wenigen Überlebenden des Unglücks spielen. Bereits vor dem Theater wurden die Zuschauer auf den Katastrophenfilm eingestimmt: Ein Kiel oben treibender Schiffsrumpf ragte aus blubberndem und an manchen Stellen brennendem Wasser.

Bei der Kritik kam Petersens neues Werk, das bereits an diesem Mittwoch in den Kinos anläuft, nicht gut weg. Vom "überflüssigsten Remake aller Zeiten" war in den USA die Rede. Dort ging der für umgerechnet rund 117 Millionen Euro gedrehte Katastrophenfilm neben "Da Vinci Code" und "Mission: Impossible III" unter.

Petersen sagte, er habe dieses Mal einen "Popcorn-Film" gemacht. Doch obwohl die "Poseidon"-Spezialeffekte beeindruckend sind, können sie nicht über die mit einer "B-Besetzung" gedrehte, dünne Story mit blassen Charakteren und flachen Dialogen hinwegtäuschen. In den USA spielte "Poseidon" bis jetzt weniger als 60 Millionen Dollar ein. Sein Vorgänger "Die Höllenfahrt der Poseidon" hatte 1972 noch riesige Wogen geschlagen.

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