Die Würfel sind gefallen

"Ocean's Thirteen": - "Ocean's Eleven" kam 1960 in die Kinos mit Frank Sinatra in der Titelrolle. 41 Jahre später startete das Remake, zugleich eine Hommage an das Original, in dem George Clooney den charismatischen Danny Ocean spielte. An diesem Donnerstag folgt nun der dritte Teil. Ocean´s 13 - der Trailer zum Film

Das Bild auf der Leinwand ist geteilt wie in den 60er-Jahren, als der Splitscreen zur Marke wurde und als in Hollywood das berüchtigte "Rat Pack" um Frank Sinatra und seine Spießgesellen sein Unwesen trieb. Es erklingt cool-weiche Jazzmusik, und man sieht maskierte Safeknacker bei ihrer Arbeit.

Gerade als der Code der letzten Stahltür fast entschlüsselt ist, klingelt das Handy, der Boss der Räuber geht ran, zieht die Maske ab und verschwindet, ohne auch nur einen letzten Blick auf die entgangene Beute zu werfen: "Gotta go!" - "Muss weg!"

So geht es los in "Ocean‘s Thirteen", zum dritten Mal trommelt Danny Ocean (George Clooney) seine Kumpel zusammen, zum dritten Mal winkt eine große Beute, und zum dritten Mal ist das Drumherum, sind Drinks, Klamotten, Frauen und die Form des schönen Lebens wichtiger als der Inhalt aller Geschichten und aller Safes dieser Welt. Am Anfang begegnet man nun dem egomanischen Casinoboss Willy Bank - was für ein Name für einen Tycoon des Glückspiels ­, verkörpert von Al Pacino. Der zieht Dannys Freund Reuben Tishkoff (Elliott Gould) mit einem Trick über den Tisch. Mitten in Las Vegas baut er ein Luxus-Casino mit angeschlossenem Hotel, und auf dieses hat es Ocean nun abgesehen - denn er will sich an Willy Bank rächen.

 Ocean´s 13 - der Trailer zum Film

Die Ausführung dieses Raubes ist so kompliziert und absurd wie das Szenario eines Science-Fiction-Films. Unter anderem wird ein künstliches Erdbeben ausgelöst, um das Sicherheitssystem außer Kraft zu setzen, Hubschrauber, Viren, mit Magneten manipulierte Würfel, ein Arbeiterstreik und Erpressung kommen ebenso zum Einsatz wie die Chuzpe von Rusty Ryan (Brad Pitt), die Verführungskraft von Linus Caldwell (Matt Damon) und der Charme von Ocean.

Wie seine Vorgängerfilme zelebriert "Ocean‘s Thirteen" den Männerbund. Frauen scheinen in dieser Welt vor allem zu stören, nur zwei kommen im ganzen Film überhaupt vor: eine korrupte Hotelportiere und die von Ellen Barkin gespielte und an Lady Macbeth gemahnende Casino-Managerin, deren Schwäche junge Männer sind.

Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass die Story für einen guten Film reicht, sie ist nur lose geknüpft, unausgegoren und vorhersehbar. Nichts ist überraschend, doch auch wenn dieser Film langweilige, schlechthin öde Passagen hat und auch in seinen besten nie mehr ist als Entertainment um des Entertainment willen, schaut man gerne zu.

Denn wie seine Vorgänger lebt auch "Ocean‘s Thirteen" letztlich vor allem vom guten Aussehen der Darsteller und von kurz-lässig-sinnlos-hochamüsanten Dialogen wie: "What can I say?" - "No thing." - "That‘s what I said." Und er lebt davon, wie er das Glück des Gewinnens und die Lust am Leben zelebriert. Elegant gedreht, tun schöne Männer schöne Dinge, umgeben von Luxusgütern und der Kunstwelt von Las Vegas.

Zudem ist die Leichtigkeit dieses Films alles andere als einfach herzustellen. Umso mehr Respekt verdient die Inszenierung von Regisseur Steven Soderbergh: Cool und unaufdringlich setzt er seine technischen Tricks ein, überblendet, verdoppelt per Splitscreen die Bewegungen seiner Stars oder stimmt sie aufeinander ab.

Das ist schick, lässig und außerdem nostalgisch. Und ganz am Ende singt dann Frank Sinatra… (In München: Mathäser, Maxx, Rio-Filmpalast, Royal, Cadillac, Filmtheater Sendlinger Tor, Neues Gabriel, Münchner Freiheit, Leopold, Museums-Lichtspiele OV, Cinema OV.)

"Ocean‘s Thirteen"

mit George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Al Pacino

Regie: Steven Soderbergh

Sehenswert ****

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