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Behutsam komisch: "Der wundersame Katzenfisch"

Der Begriff „Traumfabrik“ ist eigentlich Hollywood vorbehalten. Doch hat auch die junge mexikanische Regisseurin Claudia Sainte-Luce etwas filmisch Traumhaftes geschaffen: den wundersamen Katzenfisch.

Der Begriff „Traumfabrik“ ist eigentlich Hollywood vorbehalten. Doch hat auch die junge mexikanische Regisseurin Claudia Sainte-Luce etwas filmisch Traumhaftes geschaffen. Ihr Traum allerdings tendiert nicht in Richtung Märchenschloss oder Science Fiction, sondern hin zur Utopie. Dass man eine problembeladene Geschichte anders erzählen kann als mit den Mitteln des Betroffenheitskinos, demonstriert sie in ihrer zurückhaltenden Komödie „Der wundersame Katzenfisch“.

Darin ist eigentlich alles sehr, sehr traurig. Ihre Protagonistin Claudia (Ximena Ayala) ist in jungen Jahren schon total vereinsamt. Und auch Martha (Lisa Owen) leidet: Die alleinerziehende Mutter von vier Kindern hat Aids und wird bald sterben. Zufällig treffen sich die beiden im Krankenhaus – und werden Freunde. Andere Regisseure hätten diesen Stoff in ein rührselig-weinerliches Desaster verwandelt, frei nach dem Motto: Was deprimierend ist, muss Anspruch haben. Sainte-Luce jedoch gelingt es, einfühlsam zu bleiben, ohne den Humor zu vergessen, Ruhe zu erzeugen, ohne den Zuschauer durch Ödnis zu vergraulen.

Das Beste an ihrem kleinen Drama jedoch ist: Da, wo viele Kollegen, sei es am Theater oder im Kino, Utopien vermeiden, weil sie unrealistisch und kindlich sind, und stattdessen lieber das allzu reale Grauen abbilden, hält sie zu ihren Charakteren und damit zum Menschsein an sich. „Der wundersame Katzenfisch“ ist nicht nur ein Film über den Tod, sondern auch über einen wunderbaren Begriff von Freundschaft, der hier zumindest künstlerisch Realität wird.

Katrin Hildebrand

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