News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Zärtliches Plädoyer

- Es ist ein paar Jahre her, dass der finnische Regisseur Aki Kaurismäki seinen letzten Film gedreht hat. Mit "Der Mann ohne Vergangenheit" knüpft Cineasten-Kultstar Kaurismäki wieder an seine erfolgreichen "optimistischen Tragödien" der frühen Neunziger an, "Das Mädchen in der Streichholzfabrik" und "I Hired a Contract Killer". Voller Stilwillen, mit einer eigenen, unverkennbaren Bildsprache hat er ein Werk zwischen Menschenliebe und Depression geschaffen. Es handelt vom Thema Gedächtnislosigkeit.

<P>Ein Mann (Markku Peltola) kommt schwer verletzt ins Krankenhaus, wird für tot erklärt, doch wie durch ein Wunder wacht er nachts auf, befreit sich von den fesselnden Verbänden und irrt durchs nächtliche Helsinki, ohne zu wissen, wer er ist, ohne sich an irgendetwas zu erinnern. Von der Last eines bisherigen Lebens erlöst, glücklich und obdachlos lebt er im Müll am Flussufer. Die einzige, die sich um ihn kümmert, ist Irma (Kati Outinen wurde dafür in Cannes mit einem Darstellerpreis ausgezeichnet), eine schweigsame Schwester der Heilsarmee. </P><P>Unter ihrer Anleitung kehrt er allmählich ins Leben zurück, genauer: Er erfindet sich unter zahlreichen Verwicklungen sein Leben neu _ Ärger mit den Sozialbehörden, ein Banküberfall gehören dazu; alles wird mit der stur-stillen, surrealen Komik eines Tati erzählt. Auch zu Irma spinnt er zarte Liebesbande. Bis der Mann ohne Vergangenheit dann eines Tages von seiner Ehefrau erkannt wird, und sich zwischen altem und neuem Leben entscheiden muss. Nahe an der Kolportage gelingt Kaurismäki ein sensibles Märchen über einsame Underdogs. Im kalten, klaren Licht Finnlands wirken diese Randfiguren des modernen Lebens ganz zu Hause. Ein nachdenkliches und menschenfreundliches Plädoyer mit Happy-End für alle Ausgestoßenen der Gesellschaft. Trotz der Technicolor-Farben wirkt "Der Mann ohne Vergangenheit" klein und zärtlich, ohne Furor, trotz des Situations- und Dialogwitzes ernst und genau. Auch die Filmmusik ist ein wichtiges Stilmittel des Regisseurs, der sich mit diesem Film kraftvoll zurückmeldet. (In München: Isabella, Arri, City)<BR> <BR>"Der Mann ohne Vergangenheit"<BR>mit Markku Peltola, Kati Outinen<BR>Regie: Aki Kaurismäki<BR>Sehenswert <BR></P>

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