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Wie kriegt man die Ex wieder rum? Hugh Grant und Sarah Jessica Parker.

Ein hübscher Hollywood-Spaß – leicht über dem Durchschnitt ähnlicher Liebesgeschichten

Zahme Widerspenstige

Man kann es drehen wie man will: Unter der Sonne und vor der Filmkamera gibt es nichts Neues. Zumal was Romanzen angeht, sind alle möglichen und unmöglichen Konstellationen zum Thema Männer, Frauen und zu dem sie verbindenden biochemischen Störfall Liebe sattsam abgehandelt worden.

Der Trick besteht darin, bekannte und vorhersehbare Erzählmuster so zu verpacken, dass man nicht bemerkt, wie oft man das zuvor schon gesehen hat. Insofern erfüllt „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ seinen Zweck.

Regisseur Marc Lawrence verzichtet von vorneherein darauf, das Rad neu erfinden zu wollen und setzt auf den Charme der Charaktere und einige hübsche Ideen zur Verzierung einer sanft vor sich hinplätschernden Handlung. Einmal mehr muss der Junge (Hugh Grant) das Mädchen (Sarah Jessica Parker) herumkriegen. Das Kniffelige: Sie kennen sich viel zu gut. Beide sind formell noch verheiratet, aber nach einem Seitensprung des Mannes leben sie getrennt. Weil sie aber Zeugen eines Mafia-Mordes werden, müssen sie untertauchen und landen im Zeugenschutzprogramm – verloren in den Weiten des Mittleren Westens. Ohne Handy oder Internet. Für das New Yorker Karriere-Duo eine Art Vorhölle also. Irgendwann beginnt man wieder, miteinander zu reden, weil man sonst nichts zu tun hat. So kommt sich das zerrüttete Paar – begrenzt überraschend – wieder näher. Das Nette ist natürlich, dass sich Menschen jenseits der 40 genauso dämlich anstellen wie schon als Teenager, sobald es um Gefühle geht. Er ist ungeschickt, sie zickig, und wie alle Erwachsenen im Hormonrausch benehmen sie sich sehr kindisch.

Lawrence hatte den charmanten Einfall, als Gegenpol ein rustikales Polizistenehepaar einzuführen, das mit Beziehungsdramen nicht das Geringste anfangen kann. Sam Elliott und Mary Steenburgen stellen das mit trockenem Witz elegant zurückhaltend dar und sind denn auch die heimlichen Stars, wenn sie staunend diese merkwürdigen New Yorker beäugen und damit liebäugeln, den Dauerzank mit ein paar gezielten Schlägen auf den Hinterkopf zu beenden. In Wahrheit sind es die lakonisch inszenierten Zusammenstöße unterschiedlicher Lebensentwürfe, die viel mehr Spaß machen, als die etwas zahnlose Variation der „Widerspenstigen Zähmung“ mit Grant und Parker.

Wobei Grant immerhin unerreichbar den freundlichen Tollpatsch gibt. Mag sein, dass es das Einzige ist, was er tatsächlich gut kann, aber das immerhin besser als jeder andere. Parker hingegen wirkt eigentümlich angespannt und gekünstelt – was anderseits wieder perfekt zur Rolle einer erfolgreichen Immobilienmaklerin passt. Alles in allem ein passabler Hollywood-Spaß, der leicht über dem Durchschnitt vergleichbarer Herzschmerz-Komödien rangiert. Man kann damit einen Abend verbringen. Man muss aber nicht unbedingt.

(In München: Mathäser, Cinemaxx, Royal, Leopold, Cadillac, Gabriel, Museumslichtspiele, Cinema OV.)

„Haben Sie das von den Morgans gehört?“

mit Hugh Grant, Sam Elliott, Sarah Jessica Parker Regie: Marc Lawrence

Von Zoran Gojic

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