Beate Uhse stellt Insolvenzantrag

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Zombie im Nacken

- Ziellos torkeln lebende Tote durch Einkaufszentren. Vor einem Vierteljahrhundert konnte George Romero damit noch schocken. Heute beobachtet man derartige Szenen jeden Tag in der Fußgängerzone. Das ist auch dem britischen Fernseh-Komiker Simon Pegg aufgefallen, der gemeinsam mit Regisseur Edgar Wright die wunderbare Zombie-Parodie "Shaun of the Dead" realisierte.

<P>Die Grundidee ist einfach. Das Verhalten von Menschen und Zombies unterscheidet sich gar nicht so dramatisch - man taumelt antriebslos durch den Tag und kennt nur zwei Aggregatzustände: Aggression und Apathie. Die Komik des Films ergibt sich aus der konsequenten Ausarbeitung dieses Einfalls. <BR><BR>Es wird nicht einfach herumgeblödelt und zitiert, sondern handwerklich sauber eine Geschichte erzählt, die das Genre ernst nimmt und gekonnt mit dessen Stilmitteln operiert. Mitunter geht es dabei deftig zu, allerdings sind die blutigen Sequenzen notwendig, um die Handlung voranzutreiben. Denn der merkwürdige Held Shaun (Simon Pegg) braucht lange, um zu begreifen, dass immer mehr grausige Zombies unterwegs sind. Der Mann interessiert sich für nichts außer Bier und Computerspiele. Außerdem hat ihn seine Freundin verlassen, weil sie ihn für einen Verlierer hält. Deswegen trinkt er mit Kumpan Ed (grandios: Nick Frost) in seiner Stammkneipe noch mehr als sonst und schert sich noch weniger als sonst um den Rest der Welt. <BR><BR>Als Shaun und Ed die Zombie-Invasion nicht mehr übersehen können, reagieren sie bravourös mit einer Mischung aus Wurschtigkeit und blindem Aktionismus. Shaun sieht die Chance, sich vor seiner Freundin als Retter in der Not zu beweisen, und Ed ist ohnehin alles lieber, als zu arbeiten. So hangeln sich die zwei Chaoten von einer skurrilen Situation zur nächsten und überstehen die Gefahr oft genug, indem sie sie nicht wahrnehmen oder ignorieren. Man hat seine Grundsätze auch als Durchschnitts-Versager. Als eine Zombie-Attacke mit alten LPs abgewehrt wird, muss erst noch entschieden werden, welche Platten entbehrlich sind. selbst wenn ihnen die Monster buchstäblich im Nacken sitzen, bleibt Zeit, einen Anruf auf dem Handy entgegen zu nehmen: "Ist gerade ganz schlecht."<BR><BR>Die Protagonisten mögen improvisieren - die Macher wissen, was sie tun. Die Pointen sind punktgenau geschrieben, gespielt und inszeniert. Als ein Häuflein Überlebender in einem Pub hysterisch das weitere Vorgehen debattiert, sieht Ed nachdenklich in die Kamera. Er ist ganz nahe dran an der großen Eingebung. Und tatsächlich kommt er zum einzig vernünftigen Schluss: "Ich zapf uns erst mal ein Bier." Es ist diese groteske Travestie der Normalität, die für Lacher sorgt. Mal ganz abgesehen vom phänomenal zynischen Happy-End, das, ohne zu viel zu verraten, untermauert, dass manche Menschen als Tote einfach das bessere Leben haben. <BR><BR>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Arena, Cinema i.O.)<BR><BR>"Shaun of the Dead"<BR>mit Simon Pegg, Nick Frost<BR>Regie: Edgar Wright<BR>Hervorragend </P>

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