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In einer fast tänzerischen Lässigkeit, schneidend-eisiger Coolness, gutem Benehmen und dandyhafter Arroganz stach Roger Moore alle anderen 007-Darsteller aus.

Mit 89 gestorben

Er war der coolste James Bond: Nachruf auf Roger Moore

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Trauer um Roger Moore: Der James-Bond-Darsteller ist mit 89 Jahren an Krebs gestorben. Hier lesen sie einen Nachruf auf Roger Moore. 

London - Mag ja sein, dass er von allen James Bond-Darstellern das geringste Talent besaß. Mag ja sein, dass er tatsächlich nur drei Gemütszustände zeigen konnte – linke Augenbraue hoch, rechte Augenbraue hoch, beide Augenbrauen hoch. Doch ohne jeden Zweifel hat er die James Bond-Filmreihe mit etwas versehen, das ihr vorher und leider auch nachher fehlte.

Roger Moore, gebürtiger Londonder, versetzte den 007-Mix aus Thrill, Action, Flirt und Nervenkitzel mit Humor und jeder Menge Selbstironie. Mögen Sean Connerys Brusthaare dichter oder Daniel Craigs Bauchmuskeln beeindruckender gewesen sein. In einer fast tänzerischen Lässigkeit, schneidend-eisiger Coolness, gutem Benehmen und dandyhafter Arroganz stach Roger Moore sie alle aus. Locker.

Zum Tod von Roger Moore: So unnachahmlich spielte er James Bond

Er kultivierte den schnell hingeworfenen Einzeiler in den Bond-Drehbüchern, den lakonisch-trockenen Witz, die scharfzüngige Pointe. Den eingefleischten Connery-Fans gefiel das neue komödiantische Element, das Überstilisierte, fast schon comicartig Überzeichnete überhaupt nicht, das Moore dem Charakter hinzufügte. Das Machohaft-Virile dagegen, das Connery im Übermaß besaß, fehlte Roger Moore deutlich. Da er privat jegliche Gewalt – sei es auch nur im Film – verabscheute, reduzierte er sie in seinen Filmen so weit wie möglich und setzte voll auf die humoristische Note. Es hagelte böse Briefe, die Empörung war riesig und legte sich erst langsam.

Gegen den übergroßen Vorgänger Connery anzuspielen, das gelang Moore nur mit ironischer Brechung. Seiner Meinung nach waren die James Bond-Geschichten derart lächerlich und übertrieben, das man das unbedingt auch so darstellen musste.

Mit Persiflage und Übertreibungen hatte Roger Moore damals schon ausreichend Erfahrung, schließlich war er durch Jahrzehnte als TV-Schauspieler innerlich gegen den größten Schrott abgehärtet. Er spielte „Ivanhoe“ oder „Maverick“ oder später „Simon Templar“. Die Serie machte ihn endlich bekannter, und ihr verdankte er seine Rolle in „Die Zwei“. Hier entwickelte der Polizistensohn aus Südlondon den Part des Briten feinster aristokratischer Abstammung, mit steifer Oberlippe, herablassend und das fleischgewordene Gegenteil zum impulsiven Amerikaner Danny Wilde (Tony Curtis). Die Fälle, die das Detektivduo gemeinsam zu lösen hatte, machten nur einen geringen Teil der Handlung aus. Der Rest jeder Folge bestand aus der Beziehungskomödie der Männer, die sich besonders in der deutschen Synchronfassung so wunderbar amüsant beharken wie ein altes Ehepaar. „Die Zwei“ bereitete Moore den Weg zum Geheimagenten. „Das Gute an Bond ist ja, dass er keinen Background hat.“, erklärte Moore in einem späten Interview. „Nirgendwo steht geschrieben, wer er ist. So durfte er ein Schotte sein, als Sean Connery ihn spielte, oder ein Australier, als George Lazenby zwischendurch für einen Film die Rolle übernahm. Ich war der erste echte Brite, der im Geheimdienst Ihrer Majestät arbeitet. Und weil Bond keinen vorgeschriebenen Charakter hat, brachte ich damals eben hauptsächlich mich selbst mit.“

Roger Moores Spiel wirkte immer wie locker hingeworfen, nicht geprobt oder geplant, und verlieh ihm sogar in den giftigsten Nahkampfszenen mit seinen Gegnern immer die leicht blasierte, tiefenentspannte Attitude des schnöseligen Söhnchens aus gutem Hause.

Roger Moore gestorben: Image als männliches Sexsymbol störte ihn

Das Image als männliches Sexsymbol störte Roger Moore von Anfang an. Es war schließlich auch der Grund für das Ende seiner Agentenlaufbahn. Besonders die Bettszenen mit Frauen, die nach eigener Aussage seine Töchter sein könnten, waren ihm unangenehm. Was für ihn selbst umso schwerer wog, schließlich war der inzwischen zum vierten Mal verheiratete Moore viele Jahre lang bekannt dafür, keine Party, keine Frau und keinen Drink ausgelassen zu haben.

Sieben Mal hat Roger Moore den 007 gespielt. Losgeworden ist ihn der Spion anschließend allerdings nie wieder. Im Gegensatz zu Sean Connery oder Pierce Brosnan, die anschließend noch auf eine beachtliche Karriere verweisen konnten, versandeten Moores Schauspielambitionen zusehends. Der umtriebige Brite verlegte sich auf anderes. So ist er etwa seit über 20 Jahren als Unicef-Sonderbotschafter tätig. „Unicef ist meine beste Mission, das Wichtigste, das ich in meinem Leben gemacht habe“, fasste Moore einmal zusammen. Bond hat ihm dabei viele Türen geöffnet. „Ich würde mir nur wünschen, dass ich in meiner Arbeit für Unicef genauso erfolgreich sein könnte wie James Bond“, sagte Moore. Die Queen war zumindest zufrieden und schlug ihn bereits 2003 zum Ritter.

Zum Tod von Roger Moore: In diesen James-Bond-Filmen spielte er

1. „Leben und sterben lassen“ (Live and Let Die, 1973), Regie: Guy Hamilton

2. „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (The Man with the Golden Gun, 1974), Regie: Guy Hamilton

3. „Der Spion, der mich liebte“ (The Spy Who Loved Me, 1977), Regie: Lewis Gilbert

4. „Moonraker“ (Moonraker, 1979), Regie: Lewis Gilbert

5. „In tödlicher Misson“ (For Your Eyes Only, 1981), Regie: John Glen

6. „Octopussy“ (Octopussy, 1983), Regie: John Glen

7. „Im Angesicht des Todes“ (A View to a Kill, 1985), Regie: John Glen

Ulrike Frick

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