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"Das arme Land Tirol" malte Franz Marc 1913 - als Vorahnung auf den Ersten Weltkrieg.

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Klänge der Versöhnung

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Hochkarätige Ausstellungen zum 100. Geburtstag des Namenspatrons: Das plant das Franz-Marc-Museum in Kochel

Das Franz Marc Museum in Kochel am See hat ein spannendes Jahr vor sich. Anlässlich des 100. Todestags des Namenspatrons will Direktorin Cathrin Klingsöhr-Leroy etwas Besonderes bieten (unsere Zeitung ist Medienpartner), wie sie bei der Programm-Pressekonferenz gestern im Infopoint Museen & Schlösser in Bayern (München, Alter Hof 1) unterstrich. Es wird nicht nur eine Ausstellungs-Trilogie geben, sondern auch eine markantes Begleitangebot. Der Münchner Maler Franz Marc, der am 4. März 1916 in der Nähe von Verdun einer schweren Verwundung erlag, hatte, seit er Sommerfrischlerkind war, eine enge Beziehung zu Kochel und der Umgebung zwischen Staffelalm und Sindelsdorf. Das wusste seine Frau Maria, die ihn deshalb noch während des Kriegs umbetten ließ. Sein Leichnam wurde von Frankreich in den Kocheler Friedhof umgebettet und kirchlich beerdigt.

Kein Wunder also, dass es in Kochel sogar einen Kunstspaziergang „Franz Marc entdecken“ gibt. Und kein Wunder, dass das Museum, das zusammen mit dem guten Café-Restaurant „Blauer Reiter“ über dem See thront, 2016 seine Spitzenklasse unter den nichtstaatlichen Museen ausbauen möchte. Die Ausstellungstrilogie nennt sich „Franz Marc – Zwischen Utopie und Apokalypse“. Der erste Teil, „Das arme Land Tirol“ (6. März 2016 bis 5. Juni), geht von dem gleichnamigen Gemälde von 1913 aus, das erschütternd eine Art – ja, eben – Apokalypse gestaltet. Für viele eine Vision von dem wirklichen Untergang im Ersten Weltkrieg. Klingsöhr-Leroy bekommt das Werk – obwohl es den weiten Weg vom New Yorker Guggenheim Museum nach Oberbayern reisen muss.

Das Gleiche ist bei Teil II geglückt. Für „Weidende Pferde IV“ (12. Juni bis 11. September) konnte das Busch-Reisinger-Museum, Cambridge (USA), zur Ausleihe des Gemäldes überredet werden. Mit dem Werk von 1911 im Zentrum erläutert das Museum die tiefe, auch spirituelle Hinwendung des Künstlers zum Tier (siehe heimatshop-bayern.de/kunst). Es galt ihm lange im Gegensatz zum Menschen als „rein“. Diese Werkphase machte Marc zu einem der beliebtesten Künstler.

Die Trilogie rundet sich schließlich mit „Kämpfende Formen“ (18. September 2016 bis 15. Januar 2017). Diese Arbeit geben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen nach Kochel. Die abstrakten malerischen Überlegungen Marcs werden genauso wie die anderen aus der Sammlung des Museums sozusagen unterfüttert; daneben wird es zum Teil unbekanntere Dokumente zu entdecken geben – sowie poetische Video-„Kommentare“ von zwei Künstlerinnen aus unserer Gegenwart.

Neben einem Symposion zu Marc, zusammen mit dem Münchner Lenbachhaus, kann das Marc-Museum sogar eine musikalische Besonderheit bieten. Olivier Dejours leitet am 18. Februar im Literaturhaus München seine Komposition „Das Lied des Blauen Reiters“ („Der Blaue Reiter“ ist die berühmte Künstlergruppe, die Marc mitbegründete), das auf Marcs „Briefe aus dem Felde“ zurückgehen. Eine Hommage, die die Versöhnung von einstigen Todfeinden klanglich verkörpert.

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