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Alter Könner: Richard Strauss beim Komponieren; die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1946.

150. Geburtstag

Richard-Strauss-Jahr: Das ist in München geboten

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München - Das Kunstministerium wirbt fürs „Richard-Strauss-Jahr 2014 in Bayern“. Heuer ist einiges geboten. Unter anderem eine große Ausstellung im Münchner Gasteig.

Weltberühmter Komponist und Dirigent, geboren 1864 in München, gestorben 1949 in Garmisch-Partenkirchen – wer war’s? Diese Frage wird bald wohl auch jeder Klassik-Muffel richtig beantworten. Denn zu seinem 150. Geburtstag hat das Bayerische Kunstministerium das „Richard-Strauss-Jahr 2014 in Bayern“ ausgerufen. In 13 Städten zwischen Augsburg und Würzburg wird Strauss präsent sein: mit Opern, konzertant auch selten gespielte wie „Feuersnot“ und „Die Liebe der Danae“, mit Konzerten, Liederabenden, seinem Ballett „Josephs Legende“, einem Symposium an der LMU, Seminaren und Filmreihen der Münchner Volkshochschule. Uraufführungen von 15 Komponisten, darunter Moritz Eggert, Peter Michael Hamel, Enjott Schneider und Manfred Trojahn, bauen Brücken vom „Zukunftsmusiker“ Strauss in die Gegenwart.

Wer sich neugierig in das breite Angebot stürzt, kann sich bestens vorbereiten in der Ausstellung „Strauss-Bilder“. Zur musikalisch vom Ensemble Zeitsprung eingeleiteten Eröffnung im Foyer vor dem Carl-Orff-Saal im Münchner Gasteig waren sogar der Strauss-Enkel Christian Strauss und zwei Urenkel gekommen. Sehr schön erklärte Anita Bauer, Kuratorin des Richard-Strauss-Instituts Garmisch-Partenkirchen, ihr Konzept. Es gebe eben nicht nur den Erfolgskomponisten, nicht nur den rückwärtsgewandten Konservativen, sondern auch den Vorsitzenden der 1903 gegründeten Verwertungsgesellschaft für musikalisches Aufführungsrecht, der AFMA, Vorläuferin der Gema. So hat Bauer künstlerisches Wirken und Privatleben des Künstlers auf praktikablen Stellwänden in acht bebilderte und konzis betextete Stationen klar gegliedert (die Schau geht nach dem 6. März nach Garmisch-Partenkirchen, Würzburg, Bamberg).

Lebensbilder

Da sind die „Lebensbilder“ zu seiner Biografie mit Öl- und Fotoporträts – Strauss mit Baskenmütze: bodenständig wie ein bretonischer Bauer – nebst einigen Karikaturen; die „Selbst- und Familienbilder“ des Komponisten, der sich in der „Sinfonia Domestica“ und in der Oper „Intermezzo“ auch selbst porträtierte; die „Vorbilder“ wie Mozart, Beethoven, Liszt, Wagner, Brahms. Ihre Kurzlebensläufe, auf flache, drehbar in die Stellwand eingelassene Ovale gedruckt, geben auf der Rückseite Straussens Wertschätzung des Betreffenden wieder. Da sind die „Reisebilder“, die ihn als einen der ersten Globetrotter ausweisen, der zur Erholung zum Beispiel nach Ägypten fährt. Und die „Zerrbilder“ eines nicht nur gefeierten, sondern des Öfteren auch umstrittenen Strauss. Pikant, wie er kritische Bemerkungen über ihn selber in Alma Mahlers Biografie ihres Mannes Gustav Mahler am Textrand kommentiert mit „alles gelogen“ oder „eines liederlichen Weibes Erfindungen“. Aber auch Briefe an seinen Freund, den französischen Schriftsteller Romain Rolland, oder Zitate aus Journalisten-Interviews bringen einem den Künstler Strauss näher: „Wenn ich mich in inspirierter Stimmung befinde, habe ich bestimmte Zwangsvisionen unter dem Einfluss einer höheren Wesenheit.“

Zeitbilder

Die „Zeitbilder“ geben einen gerafften Überblick über seinen 85-jährigen Lebensweg, der vom Königreich Bayern und Deutschen Kaiserreich durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg bis in die Trümmerzeit 1945 führte. Hörproben, leider nicht von allerbester Qualität, und handschriftliche Partiturblätter ergänzen die Ausstellung (mehr Strauss-Notenautografe in der Gasteig-Musikbibliothek).

Bayreuther Festspiele: Viel Prominenz auf dem grünen Hügel

Bayreuther Festspiele: Viel Prominenz auf dem grünen Hügel

Die Rolle von Strauss in der NS-Zeit – von 1933 bis ’35 war er Präsident der Reichsmusikkammer – wird vom Orchester am Jakobsplatz in zwei Konzerten kritisch thematisiert. Franzpeter Messmer, verantwortlich für Konzept und Koordination des gesamten Strauss-Jahres, hat auch darauf geachtet, dass Kinder und Jugendliche an den großen bayerischen Komponisten herangeführt werden. In Coburg, nur zum Beispiel, können Kinder ihren eigenen „Till Eulenspiegel“ komponieren.

Aus dem Angebot

Eine Auswahl aus 34 Münchner Strauss-Veranstaltungen:

26. Januar: „Feuersnot“, konzertant (Prinzregententheater)

2. März: „Rosenkavalier“ (Staatsoper)

5. März: „Der Rosenkavalier“, Film von 1926 mit Filmmusik von Strauss (Gasteig)

22. und 29. März: „Salome“ (Staatsoper)

27., 28., 29. März:  „Also sprach Zarathustra“, „Burleske“, „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ (Gasteig)

6. April: Anton von Webern: „Im Sommerwind“; Richard Strauss: „Vier letzte Lieder, „Ein Heldenleben“ (Gasteig)

Alle Infos: www.richard-strauss-2014.com

Von Malve Gradinger

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