2004 überleben wir

- "Der Stadtratsbeschluss kann nicht das letzte Wort sein", meinte gestern Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, zur Zuschusskürzung bei den Münchner Symphonikern. Und Gleiches hofft auch deren Chefdirigent Heiko Mathias Förster: "Die finanzielle Situation der Stadt kann sich ja wieder verbessern. Wir werden im Herbst oder Frühjahr ein weiteres Mal vorsprechen."

<P>Wie berichtet, hatte der Stadtrat entschieden, den Zuschuss für die Symphoniker im nächsten Jahr um rund 300 000 Euro zu kürzen und 2005 ganz zu kippen. "2004 werden wir auf jeden Fall überleben", glaubt Förster. Das Notprogramm sieht folgendermaßen aus: mehr Konzerte, eine maßvolle Erhöhung der Eintrittspreise, Gehaltsreduzierung bei den Musikern, Nichtbesetzung freier Planstellen, Programmänderungen, also weniger groß dimensionierte Werke. <BR><BR>Gespräche mit möglichen Sponsoren gebe es, doch Förster betont, dass das Orchester ohne kommunales Geld verloren sei.<BR><BR>Vom Ratsbeschluss ist der Dirigent nicht nur enttäuscht, die Haltung der Stadt ärgert ihn auch. "Wir geben 100 Konzerte pro Jahr, davon über 50 in München. Geht man von einer Drittelfinanzierung Stadt/Freistaat/Eigenmittel der Symphoniker aus, dann zahlt die Stadt also für das, was sie bekommt, am wenigsten." </P><P>Die Diskussion im Kulturausschuss vor einigen Wochen habe er mitverfolgt und sich dabei sehr gewundert: "Dass in einer deutschen Kulturhauptstadt derart uninformiert über die Stellung und Funktion unseres Orchesters debattiert wird, hat mich ziemlich geschockt."</P>

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