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Könnte der neue Konzertsaal ins Olympiagelände kommen?

2018 wird Eisstadion abgerissen

Olympiagelände - neuer Standort für den Konzertsaal?

München - Gibt es einen neuen idealen Platz für den Konzertsaal? Die CSU-Größen Ludwig Spaenle (Bayerns Kunstminister) und der Münchner Bürgermeister Josef Schmid bringen das Olympiagelände ins Spiel, denn: Hier soll nämlich 2018 das Eisstadion abgerissen werden.

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) kommt fast so etwas wie ins Schwärmen – sofern es sein Naturell erlaubt –, wenn es um den jüngsten Vorstoß geht. Wa­rum soll denn eigentlich nicht im Olympiapark der langersehnte Konzertsaal für die BR-Symphoniker entstehen? „Das ist eine einmalige Chance“, sagte der Minister der tz. „Wir können einen optisch und akustisch führenden Saal weltweit bauen, der noch dazu in einem weltweit bekannten, großartigen Areal liegt – dem Olympiagelände.“

Auch die Infrastruktur wäre „unglaublich gut“, mit Anbindung per U-Bahn, Bus und ausreichend Parkplätzen. Besonders wichtig ist dem Kunstminister, dass man mit einer breiten Zustimmung rechnen kann: „Es gibt eine große bürgerliche Mehrheit für den Saal. Der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart hat sich ja selbst ins Spiel gebracht.“

Konzertsaal in München: SPD äußert sich kritisch

Spaenle und sein Parteifreund Josef Schmid, Münchens Bürgermeister, haben den Vorschlag gemacht – nachdem auch die dritte Studie zur Doppelbelegung der Philharmonie nicht das Ergebnis erbracht hat, das Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter sich erhofft hatten. In der Studie steht: Eine Doppelbelegung nebst Ertüchtigung des Herkulessaals sei möglich, aber absolut nicht empfehlenswert. Freuen über dieses Ergebnis dürfen sich neben allen Musikbegeisterten aus Stadt und der Welt auch die Münchner Philharmoniker, die BR-Symphoniker und die privaten Konzertveranstalter, für die in der Philharmonie nun gar kein Platz mehr gewesen wäre. Und für unsere Philis heißt das: Sie müssen auf 700.000 Euro jährlich nicht verzichten. Das hätte das häufigere Ausweichen in den Herkulessaal bedeutet.

Was bedeutet das für die Philharmonie, die ja städtisch ist und für deren Sanierung der Freistaat auch einen dreistelligen Millionenbetrag beigesteuert hätte? Da müssen erst Gespräche geführt werden zwischen Stadt und Staat, aber das neue Areal im Olympiapark gehört der Stadt. Insofern könnte man zwischen Staat und München wohl zu einer gütlichen Einigung kommen.

Die wird allerdings schon jetzt erschwert, weil erste kritische Töne seitens der Rathaus-SPD kommen. So zeigt sich Fraktionschef Alexander Reissl befremdet, dass der Vorschlag kam, ohne seine Partei „in irgendeiner Form eingebunden zu haben“. Reissl fordert den BR (der noch nicht erklärt hat, warum er kein Geld für einen Saal in die Hand nehmen will) und den Freistaat auf, erst einmal eigene Standorte ins Visier zu nehmen. Da scheinen die Politik-Mühlen schon wieder kräftig zu mahlen.

Eislaufstadion wird sowieso abgerissen - Warum nicht der Konzertsaal?

Bürgermeister Schmid sieht das naturgemäß ganz anders: 2018 wird das Eislaufstadion ohnehin abgerissen, und eine Nachfolge-Lösung ist nicht in Sicht. Also: Warum nicht der Konzertsaal? „Wir haben jetzt eine große Chance, den gordischen Knoten zu durchschlagen. Eine weitere endlose Diskussion würde München national und international blamieren. Der Olympiapark ist ein idealer Standort. Und der Park würde damit neue Relevanz bekommen“, sagt Schmid.

Unterstützung erhält er von OB Dieter Reiter (SPD): Die Stadt sei „gerne bereit, dies planerisch zu unterstützen“. Das klingt doch schon mal ganz gut.

Matthias Bieber

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