Konzertkritiken

2raumwohnung: Bunte, tanzbare Musik-Melange

München - Eine bunte, tanzbare Musik-Melange - So klang das Konzert von 2raumwohnung in der Münchner Tonhalle. Eine Kritik.

Inga Humpe war ja zuallererst erst mal immer die kleine Schwester der großen NDW-Ikone Annette Humpe. Und während Annette als Komponistin und Produzentin heute noch Millionen-Hits verbuchen kann (aktuell mit der Formation „Ich & Ich“), hat sich Inga mit ihrer Band 2raumwohnung sehr erfolgreich in der Nische des avantgardistisch angehauchten Indie-Pop eingerichtet.

In der nicht ganz ausverkauften Münchner Tonhalle entfacht die mittlerweile 53-Jährige jetzt mit ihrer außerordentlich tanzbaren Mischung aus sphärischen Klängen, Techno-Rhythmen, süffigen Pop-Reimen und einigen New Wave-Anleihen lauten Jubel bei den Fans, die sich übrigens mindestens so bunt zusammensetzen wie Humpes Musik-Melange. Die fünfköpfige Begleitband sorgt für einen beeindruckend dynamischen Klang, der wichtigste Mann hat sich aber weit hinten auf der Bühne hinter seinem Mischpult verschanzt: Tommi Eckart. Er erzeugt mit seinen Tonschleifen und Beat-Sequenzen jenen leicht angeschrägten Sound, der typisch ist für 2raumwohnung und der die Band in Verbindung mit eingängigen Melodien wieder erkennbar macht.

Im Dschungel des inzwischen unüberschaubaren Angebots deutschsprachiger Popmusik ist das kein geringer Vorteil im Kampf um die Gunst des Publikums.

Dazu kommt diese ätherische Kleinmädchen-Stimme, die bei jeder anderen Sängerin dieses Alters albern klingen würde – bei der gespenstisch jugendlich wirkenden Humpe jedoch völlig organisch wirkt.

Mit zunehmender Dauer wirken manche Stücke mitunter jedoch austauschbar, aber wenn man wohlgesinnt ist, kann man das auch einfach als unverwechselbaren Stil bezeichnen und ansonsten seinen Spaß haben. Und feststellen, dass sich die kleine Humpe endgültig ihren eigenen Platz im deutschen Pop-Geschehen erarbeitet hat.

Zoran Gojic

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