5000 Euro fehlen noch

- Es wird teuer werden beim 52. Internationalen Musikwettbewerb der ARD: 16 Hauptpreise und 20 Sonderpreise in den Fächern Gesang, Trompete, Klarinette und Kontrabass, das ist schon außergewöhnlich. Das ursprünglich dafür veranschlagte Preisgeld von 110 000 Euro reicht nun nicht mehr aus, es erhöht sich auf 115 000 Euro. Christoph Poppen, seit zwei Jahren künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, ist aber zuversichtlich, die restlichen 5000 Euro noch aufzutreiben.

<P>Kreativität fördern und<BR>Persönlichkeit testen</P><P>Poppen sieht hier sein Anliegen realisiert, den Wettbewerb attraktiver zu machen: Es sollen nicht nur die letzten drei Teilnehmer einer Kategorie gefördert werden. Erst Sonntagabend fielen bei den Klarinettisten die Entscheidungen, das einzige Fach, in dem kein erster Preis vergeben wurde. Den zweiten Preis erspielte sich Oliver Patey aus Frankreich, der dritte ging ebenfalls an einen Franzosen: Florent Pujuila. Das Jahresstipendium der Theodor-Roger-Stiftung erhielt Shirley Brill.</P><P>Insgesamt gingen für den ARD-Wettbewerb 467 Bewerbungen aus 51 Ländern und vier Kontinenten ein. 208 Kandidaten aus 39 Ländern wurden schließlich eingeladen und stellten sich seit 2. September den Jurys. Die Ausscheidungsrunden sind gelaufen, die Abschlusskonzerte stehen noch aus, und so zog Christoph Poppen gestern Bilanz und präsentierte die Preisträger. Sämtliche Finali waren aus logistischen Gründen nur mit einer Orchesterprobe durchführbar, für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Dirigenten der vier Finalrunden Gabriel Feltz ein heftiges Programm.</P><P>Feltz, so meinte er, habe es bei aller Anstrengung viel Spaß gemacht, was er auf das sehr hohe Niveau der Teilnehmer zurückführt. Interessant sei es gewesen, ein Werk in einer Finalrunde gleich zweimal in ganz unterschiedlicher Weise zu interpretieren. Christoph Poppen freute sich bei den Publikumspreisen speziell darüber, dass wirklich alle Finalisten Stimmen erhielten. Im Fach Trompete wurden sogar zwei Kandidaten mit gleicher Stimmenzahl bedacht. Das Semifinale der Klarinetten, Trompeten und Kontrabässe wurde vom Münchener Kammerorchester ohne Dirigent begleitet. Auch das sei, so Poppen, eine Maßnahme, um Kreativität, um Persönlichkeit nicht nur zu fördern, sondern auch zu testen.</P><P>Im Kammerkonzert wird es am kommenden Donnerstag im Prinzregententheater eine Besonderheit geben (20 Uhr): Dort tragen nämlich noch einmal sämtliche sieben Gesangspreisträger in Anwesenheit von Mauricio Kagel dessen eigens für den Wettbewerb komponiertes Stück "Der Turm zu Babel" vor. Alle Ausgezeichneten erwarten sich jetzt natürlich einen Karrieresprung, auch Trompeten-Sieger David Guerrier - "wobei für mich das wichtigste Erlebnis das Zusammenspiel mit dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks war". Der ersten Preisträgerin im Fach Gesang, der an der Nürnberger Oper engagierten Russin Marina Prudenskaja, kam es vor allem auf ihre Präsentation während des Wettbewerbs an, wobei ihr natürlich die Bühnenerfahrung zugute kam.</P><P>"Es war für mich sehr wichtig, dass die Jury meine Art und meinen Interpretationsstil honoriert hat. Das bestätigt meine Arbeit." Marina Prudenskaja liebt das französische Repertoire. Und ihr größter Wunsch wäre, die Charlotte in Massenets "Werther" zu singen, was man ihr in Nürnberg verwehrt hat. Möglich, dass sich dieser Traum bald woanders erfüllt.</P><P>Kammerkonzert am Donnerstag, 18. September, 20 Uhr, im Prinzregententheater; Festakt mit Preisverleihung am Freitag, 19. September, 17 Uhr, im Prinzregententheater; Orchesterkonzert mit den BR-Symphonikern unter der Leitung von Gabriel Feltz am Freitag, 19. September, um 20 Uhr im Herkulessaal. Karten unter Tel. 089/ 55 80 80 oder unter 089/ 54 81 81 81.<BR></P>

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