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Sie haben inzwischen mehr Erfahrung im ABBA-Sein als ABBA selbst: Camilla Dahlin (re.) und Katja Nord.

ABBA - The Show: Danke für die Musik

München - Danke für die Musik: „ABBA – The Show“ begeistert in der Münchner Olympiahalle. Lesen Sie hier die Konzertkritik!

Selbst beim gefühlt 100. ABBA-Tribute-Konzert der vergangenen Jahre in München strömten die Menschen zum Schwedenpop, als wäre die heilige Agnetha höchstselbst aus ihrem Insel-Exil herabgestiegen. 8700 Fans, eine bestens gefüllte Olympiahalle bei „ABBA – The Show“, und die so ziemlich brillantesten Pophits aller Zeiten – was sollte da schiefgehen? Gar nichts! Von Omas bis zu selig hüpfenden Kindern, denen das antike Spektakel vorkommen dürfte wie unsereinem die Comedian Harmonists – alle feierten mit, der ABBA-Zauber nimmt kein Ende. Mia san (Mamma) mia!

Seit 17 Jahren touren Camilla „Agnetha“ Dahlin und Katja „Annifrid“ Nord nun schon mit ihrer Schwedentruppe als Ersatz-ABBA um die Welt. Damit haben sie längst mehr Erfahrung im ABBA-Sein als ABBA selbst. Und man hört’s. Natürlich singt keine Sängerin der Welt das Intro zu „SOS“ herzzerreißender als Agnetha Fältskog – aber so nah dran wie Camilla Dahlin dürfte keine sein. Augen zu – und alles klingt fast wie am 27. Oktober 1979 in der Olympiahalle, als die echten Schweden auf ihrer „Voulez-Vous“-Tournee München beehrten (der Autor war als Steppke dabei), und als die brandneue Single „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ der heißeste Shit der Popmusik war.

Teilweise klingt „ABBA – The Show“ sogar besser, dank (gottlob dezentem) Orchester und dank Technik, von der Björn und Benny damals nur träumen konnten. Neben den unvermeidlichen Über-Hits gibt’s beim Tribute-Konzert auch Zuckerl für Hardcore-Fans wie „Hole In Your Soul“ oder den Bubblegum-Kracher „Bang-A-Boomerang“. Nur optisch muss man leichte Abstriche machen, weil „Agnetha“ eher nach Linda de Mol in der Spätphase ausschaut, und „Benny“ so zerrupft wirkt wie Sachsen-Comedian Olaf Schubert nach der Kollision mit einem Saab. Aber herrlich, wie er beim „Chiquitita“-Schunkeln originalgetreu auf seinem Klavierhocker hopst! Schee war’s! Danke für die Musik!

Jörg Heinrich

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