Abensberg bekommt Hundertwasser-Turm

- Abensberg - Eines der letzten Projekte des vor sechs Jahren gestorbenen Künstlers Friedensreich Hundertwasser wird noch in diesem Jahr im niederbayerischen Abensberg verwirklich. In der Stadt im Landkreis Kelheim werde im Frühjahr mit dem Bau des 35 Meter hohen Turms nach den Plänen des weltberühmten österreichischen Künstlers begonnen, teilten die Stadtverwaltung und Bauherr Leonhard Salleck am Mittwoch mit.

Um das Projekt hatte es jahrelang heftige Streitigkeiten gegeben. Ursprünglich hatte Salleck deswegen vor zwei Jahren angekündigt, den Turm nicht mehr in Abensberg bauen zu wollen. Der Chef der örtlichen Kuchlbauer-Brauerei lag lange Zeit mit dem Abensberger Bürgermeister Uwe Brandl (CSU) im Clinch. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden beschäftigten auch mehrfach die Gerichte.

Mittlerweile unterstützt Brandl, der auch bayerischer Gemeindetagspräsident ist, das Projekt. "Es ist eine touristische Attraktion von überregionaler Bedeutung", sagte er. Salleck will den Hundertwasser-Turm auch als Werbung für seine Weißbierbrauerei nutzen. An der Spitze soll es eine begehbare "goldene Kugel" mit zehn Metern Durchmesser und eine Aussichtsterrasse geben. In dem runden Raum will Salleck seine 4200 Exponate umfassende Sammlung von Weißbiergläsern präsentieren.

In der Vergangenheit hatte sich auch Bayerns Generalkonservator Egon Greipl gegen das Hundertwasser-Projekt am Rande der Abensberger Altstadt ausgesprochen. Die Denkmalschützer waren der Ansicht, dass der märchenhafte Turm nicht zu dem historischen Stadtbild passe.

Um den Kritikern entgegenzukommen, ließ Salleck die Turmpläne mehrfach ändern. Zunächst sollte der Turm 70 Meter hoch werden, dann 50 Meter und nun haben sich die Beteiligten auf 35 Meter verständigt. Den aktuellen Entwurf für den Turm hat der Wiener Hundertwasser-Architekt Peter Pelikan erstellt. Am Freitag, 24. März, sollen die neuen Pläne für das Bauwerk vorgestellt werden.

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