Abenteuerliche Kehlkopfakrobatik

- Mit dem Weihnachtskonzert im Herkulessaal unternahm die italienische Sopranistin Lucia Aliberti eine Reise durch die Operngeschichte des 19. Jahrhunderts. Konzentriert hat sie sich dabei auf klassische Belcantoarien aus Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana", Gaetano Donizettis "Maria Stuarda" und "Lucia di Lammermoor", Vincenzo Bellinis "Beatrice di Tenda", Gioacchino Rossinis "La cambiale di matrimonio" und auf Arien von Georges Bizet und Wolfgang Amadeus Mozart, zu denen sie von den Nürnberger Symphonikern unter der eher nüchtern wirkenden Leitung von Antonello Allemondi begleitet wurde.

<P>Ein Konzert, das, obwohl vom Publikum frenetische gefeiert, einen zwiespältigen Eindruck hinterließ. Gewiss bieten die Arien, mit denen die Aliberti ihre Fans begeisterte, alles, um die artistisch-virtuosen Möglichkeiten einer Stimme auszuschöpfen. Koloratureffekte beeindrucken, die grazile Figur und die große Robe kommen hinzu. Lucia Aliberti verfügt durchaus über eine angenehme Mittellage und auch Tiefe, und in den Höhen brilliert sie mit geradezu abenteuerlicher Kehlkopfakrobatik. Doch genau hier offenbart sich auch ihre extreme Schärfe. </P><P>Dies mag Geschmackssache sein, doch wenn ihr in der Höhe an Pianissimostellen die Stimme allzu sehr wegkippt, klingt das befremdlich. Aus dem Rahmen fiel Mozart berühmtes "Laudate dominum", das Lucia Aliberti auffallend kraftlos und ohne den dem Werk eigenen Glanz präsentierte. Ausgesprochen schön hingegen und wohl auch an diesem Abend am überzeugendsten sang sie aus Bellinis "La Sonnambula" "Ah! Non giunge uman pensiero".</P><P>Zwischen diesen Arien spielten die Nürnberger Symphoniker engagiert und mit schönen Klangfarben die Ouvertüren zu Verdis "Nabucco", Bellinis "Norma" und "I Capuleti e i Montecchi", Rossinis "L'Italiana in Algeri" und Tschaikowskys "Blumenwalzer".<BR><BR></P>

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