Absetzung von Anti-Nazi-Konzert scharf kritisiert

- Halberstadt - Die Absage eines Anti-Nazi-Konzerts des Liedermachers Konstantin Wecker durch den Landkreis Halberstadt (Sachsen-Anhalt) ist scharf kritisiert worden. Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU) nannte die Absage, die vor dem Hintergrund eines Protestes der rechtsextremen NPD erfolgt war, nicht nachvollziehbar.

"Den Drohungen rechtsextremer Kräfte darf nicht nachgeben werden", sagte der Minister. Der Zentralrat der Juden hatte bereits am Mittwochabend protestiert.

Das Konzert unter dem Motto "Nazis raus aus dieser Stadt" war ursprünglich am Mittwoch in einer Schule geplant. Dagegen hatte die NPD protestiert. Sie sah in der Veranstaltung in einem öffentlichen Gebäude kurz vor der Landtagswahl am 26. März einen unzulässigen Wahlkampf für die Linkspartei und drohte eine "aktive" Teilnahme an. Der stellvertretende Landrat Hans-Dieter Sturm hatte das daraufhin erfolgte Verbot mit der Sorge begründet, dass die Behörden künftig keine Handhabe gegen rechtsextremistische Veranstaltungen in der Schule hätten.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland sprach von einer Bankrotterklärung der Politik vor der NPD. Für den Leiter der Projektgruppe Rechtsextremismus des SPD-Bundesvorstandes, Niels Annen, handelt es sich um einen doppelten Skandal. "Zum einen droht die NPD ganz offen demokratischen Gruppen mit Gewalt und zum anderen ist sie damit auch noch erfolgreich." Das Verhalten von Landrat Henning Rühe (parteilos) sei inaktzeptabel. Dieser verteidigte die Absage. "Ich würde die Entscheidung wieder so treffen", sagte Rühe der dpa.

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