Die absolute Elite

- Hier einen ersten Preis einsacken, und schon ist die Karriere gesichert - wenn's nur so einfach wäre. Denn der ARD-Musikwettbewerb ist nicht nur einer der renommiertesten Wettkämpfe seiner Art, sondern auch einer härtesten und langwierigsten. Nur die absolute Elite setzt sich durch, zu erleben wieder von morgen bis 19. September in München.

<P>Knapp 470 Nachwuchskünstler hatten sich beworben, 208 wurden an die Isar eingeladen. In diesem Jahr stehen die Fächer Gesang, traditionell die populärste Kategorie, Klarinette, Trompete und Kontrabass auf dem Programm. Und noch ein paar Daten zur Statistik: Die Bewerber stammen aus 39 Ländern, müssen sich vor insgesamt 48 Juroren verantworten und teilen sich ein Preisgeld von 110 000 Euro - wobei für die vordersten Ränge weniger die Schecks, vielmehr die (sicheren) Folge-Engagements ausschlaggebend sein dürften.<BR><BR>Damit die Zuhörer, die die ersten und zweiten Durchgänge als "Gratis-Konzerte" genießen, nicht zu sehr übers Votum der Jury grollen, haben die Veranstalter vor zwei Jahren mit jeweils 1500 Euro dotierte Publikumspreise eingeführt. Vergeben werden diese in den Finalrunden. Die Ausscheidungen enden mit einem Kammerkonzert (18. 9.) im Prinzregententheater und einem Orchesterkonzert (19. 9.) im Herkulessaal.<BR><BR>Der ARD-Wettbewerb sollte allerdings nicht nur harte Konkurrenz sein, sondern auch ein "Zentrum der Begegnung für Musikerinnen und Musiker aus aller Welt", wie Christoph Poppen findet. Der Chef des Münchener Kammerorchesters ist seit 2001 künstlerischer Leiter des Wettbewerbs und hat ihm einige Neuerungen beschert: neben den Publikumspreisen auch die jährlichen Kammermusikfeste auf Schloss Elmau, in Berlin, München und Schwetzingen. Überdies wird auf neue Musik besonderen Wert gelegt. Dazu gingen Kompositionsaufträge an bedeutende Tonschöpfer (heuer etwa an Maurizio Kagel), diese Werke gehören somit zu den Pflichtstücken.<BR><BR>Die Zusammensetzung der vier Jurys liest sich wie das "Who's who" der jeweiligen Kategorie. So finden sich in der Sparte Gesang unter dem Vorsitz von Gärtnerplatz-Intendant Klaus Schultz prominente Vokalstars wie Gwyneth Jones, Edith Wiens, Francisco Araiza und Thomas Quasthoff. Vor allem für Letzteren ist dies eine Rückkehr zu den Wurzeln: Sein erster Preis Anno 1988 ebnete ihm den Weg zur Weltkarriere.</P><P>Infos unter 089/ 5900-2471 und unter www.ard-musikwettbewerb.de.</P>

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