Absolute Ruhe

- Eine gelbfarbene Kugel, glatt und schlicht aus Kalksandstein, direkt neben einem reich verzierten Buddha aus Schiefer. Unterschiedlicher könnten diese Kunstobjekte nicht sein, und trotzdem haben sie etwas gemeinsam: Von beiden geht eine absolute Ruhe aus. Auf solche Gegensätze und Gemeinsamkeiten wird der Besucher der Ausstellung "Atlas - Weltkulturen im Dialog" im Münchner Palais Preysing häufiger stoßen. Aber das haben die Organisatoren Alfred Kren, Direktor der Galerie Norwood Fine Arts, und Bärbel Kopplin von der HypoVereinsbank bei ihrem Konzept auch beabsichtigt. Die Gegenüberstellung solcher Werke wie der Kalksteinkugel "The Tomb of James Lee Byars" (Das Grab von James Lee Byars) und dem "Bodhisattva Padmapani" aus Pakistan erlaubt dem Betrachter, einen direkten Vergleich zwischen alten und neuen Weltkulturen zu ziehen. Auf diese Weise entsteht eine Art Dialog zwischen den Objekten, die aus vier Jahrtausenden zusammengestellt sind.

Neben monumentalen Skulpturen aus den alten Weltkulturen und bedeutenden Bildern der Moderne wie Quattara Watts "Matrix" oder Olav Christopher Jenssens "Plumbago" gibt es außerdem eine Vielzahl kleinerer Kunstschätze zu sehen. Durch das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Gegenstände erkennt der Besucher von "Atlas", dass sich zeitgenössische Künstler von früheren Kulturen inspirieren ließen und dadurch neue Ausdrucksformen für sich entdeckt haben.

Den aktuellen Bezug der Ausstellung sieht Kurator Alfred Kren darin, dass alle von Globalisierung reden und mit diesem Wort oft etwas Negatives verbinden würden. "Wir möchten mit dieser Ausstellung gerne einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung leisten", sagt Kren. Zu einem seiner persönlichen Lieblingsstücke gehört die elegante Statue einer Katze. Sie besteht aus Bronze und Silber und ist ein Leihgabe der Galerie Harmakhis in Brüssel. Obwohl sie mittlerweile nicht mehr ganz vollständig ist, "strahlt sie für mich ganz viel Lebendigkeit aus".

Bis 22. Oktober. Täglich 12 - 20 Uhr. Info: Tel. 089/37 82 15 69. Der Katalog kostet 10 Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Zuschauer des BR-Fernsehens kennen Vivian Perkovic von den Sendungen „Jetzt mal ehrlich“, „Puls“ und „on3-Südwild“. Seit einem Jahr ist die 39-Jährige, die etwa auch …
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
„Zombie“ war der größte Hit der Band The Cranberries. Völlig überraschend ist Sängerin Dolores O’Riordan jetzt mit 46 Jahren gestorben. Unser Nachruf: 
Dolores O’Riordan – die Frau mit der Monsterstimme
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Wie ein normaler Arbeitstag bei den „Philis“ aussieht, verrät der Soloflötist Herman van Kogelenberg (38). Wir begleiteten ihn von der Probe am Samstag bis zum Konzert …
Unterwegs mit einem Flötisten der Münchner Philharmoniker
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben
Er ist der „Master of Puppets“ des deutschsprachigen Theaters. Jetzt hat Nikolaus Habjan fürs Münchner Residenztheater „Der Streit“ von Marivaux inszeniert. Lesen Sie …
Nikolaus Habjan lässt die Puppen lieben

Kommentare