Die australische Rockband AC/DC mit (v. li.): Cliff Williams, Phil Rudd, Angus Young, Brian Johnson und Steve Young.
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Die alten Herren von AC/DC wollen es wissen (v. li.): Cliff Williams, Phil Rudd, Angus Young, Brian Johnson und Steve Young, der seit „Rock or Bust“ seinen Onkel Malcolm ersetzt.

Neues AC/DC-Album nach sechs Jahren Pause: „Power up“ erscheint

AC/DC legen neues Album vor: So klingt „Power up“

  • vonAntonio Seidemann
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Mit dem neuen Album „Power up“ liefern AC/DC nach sechs Jahren Pause alles, was ihre Fans wollen. Unsere Kritik:

  • „Power up“ ist das erste Studioalbum von AC/DC seit sechs Jahren.
  • Der verstorbene Bandgründer Malcolm Young wird durch seinen Neffen Steve ersetzt.
  • Die zwölf neuen Songs bieten alles, was AC/DC-Fans lieben

Ein wenig überrascht war man dann doch: War nicht Schlagzeuger Phil Rudd mit dem Gesetz im Clinch und bei AC/DC ausgeschieden? Hatte sich nicht Bassist Cliff Williams endgültig verabschiedet? Und lief Sänger Brian Johnson nicht Gefahr, taub zu werden? Und doch sind sie alle wieder vereint auf dem neuen Album „Power up“. Es ist nach „Rock or Bust“ von 2014 das bereits zweite ohne Rhythmusgitarrist und Bandgründer Malcolm Young, der 2017 starb und dessen Platz Neffe Steve Young einnimmt.

„Power up“ ist das erste AC/DC-Album nach sechs Jahren Pause

Nach sechs Jahren Pause kommt nun die neue Songsammlung mit dem typischen AC/DC-Titel „Power up“, und die Nummern klingen auch typisch AC/DC. Die abgehackten Gitarrenriffs sind wie eh und je Hauptbestandteil, Steve Young – mit seinen 64 Jahren nur ein Jahr jünger als Leadgitarrist Angus Young – macht seinen Onkeln alle Ehre. Die Fans der bald 50 Jahre alten Band aus Australien würden natürlich niemals fragen, ob es wirklich ein neues Album braucht. Das wäre Majestätsbeleidigung. Und letztendlich erreichten die jüngsten drei Platten „Stiff Upper Lip“, „Black Ice“ und „Rock or Bust“ allesamt Platz eins der deutschen Charts, was sonst nie gelang. Mit den Verkaufszahlen liegt man dabei natürlich dennoch – wie allgemein im Musikgeschäft – weit hinter den legendären 50 Millionen Exemplaren von „Back in Black“ im Jahr 1980.

Geht man ohne Vorurteile an die neuen Lieder heran, stellt man fest: Gut, dass Johnson wieder am Mikrofon ist. Axl Rose von Guns N’ Roses gab sich als Ersatz zwar Mühe, aber dieses typische Kreischen bekommt halt nur Johnson hin, der 1980 den verstorbenen und mit einem ähnlichen Organ versehenen Bon Scott ersetzte. Und zweitens: Keineswegs klingen AC/DC wie eine Altherren-Combo (Johnson ist immerhin 75 Jahre alt). Die zwölf Stücke knallen richtig und lassen jüngere Epigonen wie Airbourne fast alt aussehen. Natürlich findet sich nicht eine Ballade auf dem Album. Jahrhunderthits wie „Highway to Hell“ oder „TNT“ wird man wohl auch nicht entdecken, aber man kann sich jetzt schon vorstellen, wie die Fans die Refrains von „Shot in the Dark“, „Wild Reputation“ und „Kick You when You are down“ mitsingen. Mit „Through the Mists of Time“ und „Witches Spell“ finden man sogar zwei starke Lieder, die nicht ganz dem stereotypen AC/DC-Muster folgen. Man darf sich also auf die Zeit nach Corona freuen, wenn Konzerte wieder möglich sind. Denn live sind die Australier am besten. Brian Johnson bekam ein spezielles Hörgerät, wird also wieder auf die Bühne dürfen, und Angus Young passt noch immer in eine Schuluniform. Die Frage, ob das mit 65 wirklich noch sein muss, wäre natürlich wieder Majestätsbeleidigung.

Informationen zum Album:

AC/DC: „Power up“ (Columbia/Sony Music).

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