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Malcolm Young (links hinten) ist schwer erkrankt.

Young schwer erkrankt

AC/DC: "Momentan hängt alles in der Luft"

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München - Steht das Ende von AC/DC bevor? Zumindest gibt es Spekulationen über ein mögliches Aus der legendären Rock'n'Roll-Band. Der Grund: Gitarrist Malcolm Young ist schwer erkrankt.

Die Nachrichtenlage ist so ganz anders als die Songs von AC/DC. Die sind gerade heraus: drei Akkorde, eingängige Gitarrenriffs und Refrains, die jeder mitsingen kann. Am wichtigsten: Eine Nummer von AC/DC kommt schnell auf den Punkt. Immer. Das ist einfach ein in Stein gemeißeltes Rock’n’Roll-Gesetz.

Alles andere als auf den Punkt kamen die jüngsten Meldungen über die Zukunft der australischen Band. Anfang der Woche lief die Gerüchteküche heiß, nicht nur in Australien: Ein Mitglied sei nicht mehr in der Lage, auf einer Bühne zu stehen. AC/DC also vor dem Aus? Nach 40 Jahren? Nach Liedern wie „Highway to Hell“, „Hells Bells“, „T.N.T“ oder „Thunderstruck“, die längst Klassiker sind, und nach mehr als 200 Millionen verkaufter Alben weltweit? Die Meldung, die Hardrocker, die zwischen 1947 und 1955 geboren wurden, würden den Stecker ziehen, sorgte bei Fans auf der ganzen Welt für Bestürzung.

Am Mittwochabend bestätigten die Musiker, was zuvor kolportiert wurde: Rhythmusgitarrist Malcolm Young, der AC/DC 1973 zusammen mit seinem bei Konzerten in Schuluniform auftretenden Bruder Angus gegründet hat, sei schwer erkrankt und werde eine Pause machen. In den wenigen Zeilen, die auf der Internetseite der Band veröffentlicht wurden, ließ Young den Fans seinen Dank für ihre „unendliche Liebe und Unterstützung“ ausrichten. Fast trotzig heißt es am Ende der Erklärung: „The band will continue to make music.“ AC/DC will weiterspielen.

Laut Gerüchten hat Young bereits vor einem Monat einen Schlaganfall erlitten. Ein Blutgerinnsel im Gehirn, das von diesem Vorfall übriggeblieben sei, mache es dem 61-Jährigen unmöglich, Gitarre zu spielen. Ohne Namen zu nennen, hatte Sänger Brian Johnson zuvor der britischen Zeitung The Telegraph bestätigt, dass ein Musiker krank sei. „Er ist ein wunderbarer Kerl. Wir sind Kumpels seit 35 Jahren, und ich schaue zu ihm auf“, wird der 66-Jährige zitiert. Johnson, der 1980 für den verstorbenen Frontmann Bon Scott zur Band kam, erklärte aber auch, dass AC/DC im Mai ein Studio im kanadischen Vancouver gemietet habe: „Wir nehmen ein paar Gitarren, trinken billigen Wein und schauen, ob irgendeinem Melodien oder sonstige Ideen einfallen. Falls etwas dabei herauskommt, nehmen wir es auf.“ 2008 ist mit „Black Ice“ das bislang letzte AC/DC-Studioalbum erschienen.

Die Band hat seit ihrem ersten Konzert am 31. Dezember 1973 Generationen von Fans und Musikern auf der ganzen Welt begeistert und beeinflusst. Ihrem Stil, dem harten, schnellen Rock’n’Roll, der seine Blues-Wurzeln nicht leugnet und auf Vorbilder wie Chuck Berry verweist, sind die Musiker in den vergangenen vier Jahrzehnten allen Moden zum Trotz treu geblieben. Das – und die energiegeladenen Liveshows (in München zuletzt im Mai 2009 im Olympiastadion) – haben die Band auf den Rock-Olymp katapultiert.

Die fünf Musiker haben bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie 40 Jahre AC/DC heuer gerne mit 40 Konzerten an 40 verschiedenen Orten feiern würden. Dem Telegraph sagte Brian Johnson jetzt: „Das wäre eine wunderbare Art und Weise, sich zu verabschieden. Wir würden das liebend gern machen. Aber momentan hängt alles in der Luft."

Von Michael Schleicher

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